15 Juni 2014

Südafrika, nach der Getriebewende

27. Mai bis 17. Juni 2014

Wieder unterwegs: Western Cape mit Weinregion, Langeberg und Beginn der Garden Route.

Stellenbosch allerdings durchfahren wir bei Sturm, Nebel und Regen. Das Wetter lädt wirklich nicht zum Bummeln ein. Auch in Franschhoek bleibt es beim Cappucino. Erst vor Robertson klart es auf. Im Skurwekop Camp, auf einer Weinfarm gelegen, sind wir die einzigen (Un)verfrorenen. Schon hier empfiehlt man uns Mosselbaai, wegen des moderaten Klimas.

Es bleibt zwar stark windig, jetzt aber bei klarem Himmel; so folgen wir Martins Rat, bleiben zunächst auf der R 62, um dann Richtung Kleine Karoo abzubiegen. Auf kleiner Pad zum Kruisrivier Camp liegt ein Restaurant, die Terrasse windgeschützt nach Nordwesten voll in der Sonne, Kaffee und Kuchen vom Feinsten, toll.
Viel Platz für uns im Dachzelt!Toscana-Fraktion am SwartbergBlick ins Kruisrivier

Dann ein seltener Anblick: Straußenvögel am Berghang auf grüner Weide.
Straußenfarm im Grünen. . . ungewohntes Bild

Das Kruisrivier Guesthouse war früher eine Wassermühle. Das Camp liegt eingebettet in Berge und rauschende Wasser. Morgens liegt Rauhreif über der Landschaft.
Camp im Herbst bei 0 °CWassermühle am CampAchse und Lager

Swartberg-Paß: Blick nach SüdenSwartberg: PaßhöheFahrt abwärts
KlipspringerBerghütte am Beginn der Swartberg-TrailsFaltenwurf
Wow! Mehr fällt uns zum Swartbergpaß nicht ein, so überwältigend ist der Eindruck.

Swartberg-Bäume
Management: Entfernung von invasiven nichteinheimischen Pflanzen

Pause in Prince Albert, einem kleinen verschlafenen Ort in der Karoo, und via Meieringspoort, De Rust und Oudshoorn gehts dann in die Küstenregion.
Prince Albert: HauptstraßeRenoviert: Kapholland-ArchitekturDe Rust: Arbeiterhäuser
Oudtshorn: Hängebrücke gesperrtOudtshorn: Bowling


☁ ☂ ☀ ✌


Der einbrechende Südhalbkugel-Winter treibt uns in die Gegend von Mosselbaai, die Region Südafrikas mit dem ausgeglichendsten Klima . . .

Mosselbaai hält zunächst, was die Südafrikaaner versprachen: Sonnenschein und moderate Nachttemperaturen. Wir sitzen sogar Abends bei einem letzten Braai.

Camp am Indischen OzeanBedingt warm!Wieder Sonne: Mosselbaai
und lockt SurferNie ohne NeoprenThe Point

Nach drei Tagen treibt uns der Regen doch in ein Gästehaus. Den Komfort nehmen wir mit Freude an, und die Sonne lacht dann auch wieder.

Point VillageVillage Architecture
SonnenAufgang!. . . Regenund wieder Urlaubswetter
Roesteri mit Cafe. . . und viel Charme


➵ Overberg-Region

Riesige Agrarflächen breiten sich in dieser Gegend zwischen Küste und Bergen aus.

Overberg-RegionFarmland bis zum HorizontMilchproduktion

Und natürlich müssen auch wir den Most-Southern Tip of the African Continent besuchen.

Links Indischer, rechts Atlantischer OzeanLighthouse Cap Agulhas.Bucht von Cap A.
"The Southern-Most Tip of the Continent of Africa" – nicht etwa das "Kap der Guten Hoffnung"!


➶ Nach Grabouw im Elgin-Tal via Heidelberg

Heidelberg: PostamtKapholland-Architektur in Heidelberg

Abends werden wir in den Country Club von Grabouw eingeladen und übernachten bei Cindy und Stuart, die wir im Kgalagadi National Park kennengelernt haben.
Zu Gast bei StuartRauhreif in Stuarts Garten


➶ Noch einmal in die Weinregion: Franschhoek

Auf dem Wege nach Cape Town geht es noch einmal über den Franschhoek Paß, diesmal schon mit erstem Schnee auf den Gipfeln. Dann folgt ein besonderes Highlight, das Automobilmuseum von Franschhoek.

MorgennebelSchnee über dem Franschhoek-Paß
Automuseum FranschhoekBugatti!


➶ Zurück zur Kap-Halbinsel

Das schöne Wetter hält an. Über Muizenberg cruisen wir an der Küste entlang bis zum Kap der guten Hoffnung. Es dauert eine Weile bis ein Foto gelingt, denn egal zu welcher Jahreszeit: hier ist immer Saison.

High Density Suburbs in KapstadtStrand in Muizenberg, Vorort von KapstadtHier arbeiten, dort wohnen
Größer kann der Kontrast kaum sein: Townshiphütten und die bunten Strandhäuschen von Muizenberg; kaum 10 km liegen zwischen diesen Welten

Am Kap der Guten Hoffnung. . . allzeit bereit!Aloe und windzerzauste Konifere

Die letzten Tage vor dem Abflug verbringen wir in der Amakhaya Lodge, geführt von Pierre Dohrmann, Berliner Urgestein (goggeln lohnt).
Berliner am Kap
Der sturmzerzauste Berliner Bär im Garten der Lodge stimmt schon auf zuhause ein.

Denn dieser Kap-Halbinsel-Besuch ist nicht nur plaisir; von hier aus heißt es Abschied nehmen von Afrika.
Am Dienstag, 17. Juni 2014 heben wir ab nach Deutschland, das Auto schippert im Container hinter.

Wir freuen uns schon,
euch alle gesund und munter weiderzusehen

Karin & Uli

11 Juni 2014

Southafrica, Republic of

8. Mai bis 26. Mai 2014

Von Rietfontein geht es nach Twee Rivieren, dem südafrikanischen Eingang zum Kgalagadi National Park. Hier werden uns Eintritt und zwei Übernachtungen im Park gewährt. Gleich machen wir uns auf zur ersten Pirschfahrt.
Secretary BirdsTawny EagleSpringbok
Oryx mit Gnu. . . in Südafrika Gemsbok genannt

Das Wetter schlägt um, wieder Blitz, Donner und Regen, der überschwemmte Pisten hinterläßt; es kühlt ab. Den Löwen macht das nichts aus. Wir sehen sie kurz vor Einbruch der Dunkelheit auf dem Rückweg zum Camp.
In der Daemmerung . . .

Ein besonderes Erlebnis wird der gemeinsame Grillabend mit drei südafrikanischen Ehepaaren. Wir alle haben uns erst auf Picknicplätzen im Park kennengelernt, unkompliziert werden Fleisch, Gemüse und Wein miteinander geteilt, und wir sitzen bis in den späten Abend in fröhlicher Runde zusammen.

Stopover Kalahari Guesthouse . . .lekker . . .und gemütlich.
Auf dem Weg nach Upington

In Upingtons großer Shopping Mall erstehen wir dicke, flauschige Fleecejacken (Made in South Africa) und können nun den einstelligen Temperaturen von 17–9 h morgens gelassener entgegensehen.
Waterfall Camp mit WeinfarmDie Mas-Camp, auch auf Weinfarm
Durch die Weingebiete des Orange Rivers folgen wir dem Fluß bis zu seinen spektakulären Wasserfällen und Schluchten im Augrabis National Park.
Fahrt zum Parkentlang an Zäunen . . .
Orange River in Schlucht. . .!
Augrabis-Fälle: Der Orange RiverSchilf am FlußDassie-Trail
Dassie, auch Klipschliefer genanntSkorpion auf Dassie-TrailKarin auf Dassie-Trail

Campbesucher bestärken uns in unseren Plänen, entlang des Orange River bis in den Richtersfeld Nat. Park vorzutrekken.
Noch auf AsphaltKöcherbaumKöcherbaum: Blütenstand
PistenarbeitParteiarbeitDattelpalmen: Eingang zur Plantage

Also gings weiter durch Communal Land (= keine Zäune mehr!), richtig einsame Gegend, wirklich tolle Landschaft, Canyon, Berge, 4x4-Trails. Im tiefer gelegenen Tal des Orange herrschen auch nachts wieder Wohlfühltemperaturen, die in Klein Pella sogar Dattelpalmenplantagen ermöglichen. Von Witbank, direkt am Fluß gelegen, folgen wir einem 4x4-Trail zum Groot Melkboom Camp.
Zum Orange River4x4-TrailWitbank

Kurz vor unserem Ziel erwischt es uns: Getriebeschaden – der Rückwärtsgang ist blockiert! Und das schon bei km-Stand 300 900! Toyota: Nichts ist unmöglich!
Wir haben keinen Blick mehr für die fulminante Canyonlandschaft.
Fast 9 km im Rückwärtsgang navigiert Uli über die steinige, teilweise tiefsandige Strecke mit engen Kurven zur kleinen Farm von Abraham. Es ist Sonntag, bereits 16 h, kein Mobilfunk- oder Festnetz. Abrahams Backie ist nicht stark genug, um den Toyota zu schleppen. Wir übernachten vor seinem Farmhäuschen.
Übernachten vor Abrahams FarmhausAbrahams SchafherdeFarmer helfen!

Am nächsten Morgen bringt uns Abraham auf dem uns schon wohlbekannten 4x4-Trail ins 30 km entfernte Witbank. Dort gibt es ein Telefon bei der Dorfverwaltung. So erreichen wir einen Abschleppdienst im 140 km entfernten Springbok. Sie schicken umgehend einen Lkw. Ein weiterer Farmer fährt mit zu Abrahams Farm und schleppt uns mit seinem stärkeren Backie zur nächsten Gravelroad, wo uns der Lkw erwartet.
Ernests Backie: Stark genugProfis winchen. . . und nehmen Huckepack
Wir sind begeistert von der Hilfsbereitschaft der Locals!

Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir die Springbok Lodge, der Toyota steht in der ersten Reihe beim Towing Service.
Springbok LodgeZwischenlager in Springbok

Der nächste Tag ist mit Recherche ausgefüllt, wobei sich im buschtaxi-forum der entscheidende Hinweis findet. Forumsmitgied Adolf lebt in Südafrika und nennt uns die richtigen Ansprechpartner. Schnell stellt sich heraus, eine Getrieberevision in Springbok ist nicht möglich.
Am Donnerstag Mittag wird unser Auto in Kapstadt bei JB´s Auto Repairs abgeladen. Zwei Stunden später hat Johan Meyer das Getriebe gestript und die Ersatzteilverfügbarkeit geprüft.
Getriebe gestriptGehäuse: Lagersitz gebrochenBruchstück blockiert den Rückwärtsgang
„Ich rufe an, wenn es fertig sein könnte, spätestens aber Dienstag.“
Mit dieser optimistischen Prognose werden wir entlassen und haben Zeit, mit unserem Mietautochen die Kap-Halbinsel zu erkunden.

Das Wetter schaltet um auf Sturm und Regen, aber die entzückenden B&B`s (mit elektrisch beheizbaren Unterbetten!) und Bistros (einschließlich fish`n chips) sind mehr als ein Ersatz für Camping im Dachzelt.
Elephant Eye LodgeElephant Eye Lodge: Kein PoolwetterHout Bay im Nebel
Zum Nordhoek PeakProtea . . .und noch Protea
Martin kennt den Weg zum Nordhoek Peak

Hout Bay: FischereihafenThun: Guter Fang. . . freut!
Kunststücke . . .fish`n chipsund Sport!
Hafen von Hout Bay: Impressionen

Sturmerprobter PhotographSturmerprobter Pinguin?Sturmerprobter Wolsley
Impressionen von der Kaphalbinsel-Küste

„Ja, das Auto ist fertig; ihr könnt es abholen, es wird gerade gewaschen.“ kommt Dienstag der Anruf von JB´s. Alle Achtung: Nach kaum vier Werktagen können wir wieder mit unserem vertrauten Gefährt(en?!) weiterreisen.

Nach einem Frühstück in Longstreet, gegenüber von Mama Africa, im Sceneviertel von Kapstadt soll es weitergehen in die Weinregion.

Cape Town CityMother AfricaCity im Nebel
Kapstadts Altstadt mit einem touch von Kreuzberg

05 Juni 2014

Namibia — wir bleiben noch . . .

13. März bis 17. April 2014

Gemeinsam geht es Richtung Naukluft National Park, Gudrun und Volker im Miet-4 x 4 mit Dachzelt, wir wie gewohnt im Toyo. Anfangs begleitet uns noch die Sonne, dann ziehen immer dunklere Wolken in den Bergen auf. Bei der Namibgrens Lodge schüttet es so, dass wir beschließen, doch noch den Spretshoogte Pass hinunterzufahren.
Blick vom Spretshoogte PassCamp Gecko

Camp Gecko heißt uns mit Kaffee willkommen, wir warten hier den Regen ab, fahren zur campsite hoch und grillen sogar ohne Regenschirm. Morgens müssen wir allerdings naß einpacken.

Solitaire — Begegnung!Noch schöner aus der Nähe.
Beim Zwischenstop in Solitaire bleibt es einigermaßen trocken, bis Büllsport ist heftiger Regen wieder unser Begleiter. Ein trockenes Zimmer lockt, nach einigem Zaudern fahren wir doch zum Naukluft Camp hinauf. Der neue Tag empfängt uns mit Sonne, die klammen Zelte und durchgefeuchteten Matrazen werden trocken.

Wir wandern auf dem Waterkloof Trail, bis uns Pools zum Bade einladen.
Die Naukluft-WandererErfrischende Badegumpen in der NaukluftOrdentliche Weber!
Erfrischt und ausgeruht machen wir uns auf den Rückweg, sind am Camp froh, keine marodierenden Paviane vorzufinden. Nachts kriechen wir glücklich in unsere Daunenschlafsäcke, die Gudrun und Volker uns mitgebracht haben.

Über den Gaub- und Kuiseb-Pass – beide Reviere laufen – gelangen wir zum Aruvlei Camp.

Aruvlei: Henno Martins Blick in die Ebene?Auf den Spuren Henno MartinsAm Kuiseb Canyon
Nach der Beschreibung in dem Buch „Wenn es Krieg gibt gehen wir in die Wüste“ (unser Besuch hat es dabei) ist Aruvlei wiederzuerkennen. Dies ist eine der Stationen von Henno Martin und Hermann Korn bei ihrer Flucht vor Kriegseinsatz und südafrikanischer Internierung. Auch den Platz, wo die beiden Geologen gelebt haben, suchen wir auf. Kaum vorstellbar, hier fast drei heimliche Jahre durchzustehen.

Im Tsaobis Nature Reserve gesellen wir uns zum Treffen des deutschen Sahara-Club e.V., wo neben Stina und Turi (Westroute) viele andere Wüstenreisende regen Austausch pflegen.
Tsaobis EntrancePad im Tsaobis Nature ReserveStina und Turi

Nächstes Ziel ist die Farm Wüstenquell. Die kleine Pad dorthin ist zum Teil ausgewaschen, auch sandig oder steinig und führt durch Berge und offene Savannenlandschaften. Das Camp auf dem Farmgelände gefällt uns besonders wegen der freien Lage und der wunderschönen Aussicht ringsherum.
Papertree CampEuphorbie beim Campnoch nicht bestimmt . . .
auch noch nicht bestimmt!ChamaeleonWuestenquell-Impression

Welwitschia M.1000 Jahre?
Das Gegenteil bietet sich dann bei den National Park Camps am Welwetschia Trail und am Swakop River. Dort zerstört die Minenindustrie die Landschaft und auch die Camps. Wir nutzen deshalb unsere Camping Permits nicht und fahren enttäuscht weiter nach Swakopmund. Freundlich hören sich Vertreter des National Park Office unsere Beschwerde an und meinen schließlich, daß man diesen Teil des Parks aus dem Permitverfahren herausnehmen sollte.

Gudrun und Volker bleiben noch an der Küste. Wir kurven über den Bosua Pass nach Windhoek, um Britas und Peters siebzigsten Geburtstag.

Am Brandberg kommen wir wieder zusammen. Es ist tropisch schwül und heiß, der Zufluß zum Ugab ist sogar kräftig gelaufen. Am Swimmingpool des White Lady Camp verbringen wir einen Nachmittag bei Rock Shandy und langen Gesprächen.

Wieder einmal ist Etosha das nächste Ziel – diesmal jedoch durch die lange Jahre nur für gebuchte Touren geschlossene Westseite. Morgens um 7.30 h geht es durch das Galton Gate, und schon wird der Weg zum Dolomite Camp zum Game Drive.
Nur eine Nacht konnten wir buchen, so ist es schön, dass wir schon um zehn Uhr einchecken können.

Chalet auf DolomitePool!!
Die Chalets liegen auf einem Bergkamm über der Savanne, das Ambiene ist gediegen.

Man legt uns nahe, nach Einbruch der Dunkelheit nicht zu Fuß durch das Camp zu gehen, sondern das Camptaxi anzufordern. Am späten Nachmittag verstehen wir warum: die sechsmonatigen Leoparden, deren Mutter nicht weit entfernt sein konnte, begegneten uns auf dem Weg vom Restaurant zum Chalet!
Leopard Cups

Und nun zum Wetter: Der Early Morning Tea auf unserer Terrasse mit Weitblick fällt aus wegen Kälte, Sturm und Regen.

Das wirklich gute Frühstück entschädigt und stärkt für die nun folgenden 180 km Richtung Osten, nach Okaukuejo.
Und wir werden belohnt: Springböcke, Zebras, Giraffen, Oryx in großen Herden; sogar Elefanten und Löwen sowie Riesentrappen können wir beobachten.
Elephant in MustZebrasGelobt das Design!
Riesentrappe2 Löwen - Rivalen? Einer humpelt.

Noch einmal übernachten wir in Weavers Rock, freuen uns an Lage und Gastlichkeit.
Omatako-GipfelFahrt nach Süden, vorbei am Omatako

Dann besuchen wir als letzte Station unserer gemeinsamen Reise die Düsternbrock Farm. Gemütliches Kochen und Lagerfeuer beschließen den Abend.
Morgens können wir Geparden und Leoparden in vergleichsweise naturnaher Haltung bei der Fütterung beobachten.
GepardLeopardLeopard, satt.
Farm-Toyo
Nach erfolgreicher Pirsch: Die Kinder des Fahrers waren mit von der Partie.

In Windhoek bleiben uns noch zwei ruhige Tage zusammen, dann heißt es Abschied nehmen, aber nur bis zum 18. Juni 2014.

♢♢♢


Die folgenden Tage vergehen wie im Fluge, wenn wir unsere „Wohngemeinschaft“ mit Stina und Turi pflegen, die Stadt besichtigen oder mit anderen Reisenden klönen.
SquatterviertelSquatterhutsGoethe-Institut
Vor wem soll das Goethe-Institut geschuetzt werden?

Verdraengt: Lettow-VorbeckSamuel Nujoma!
Indipendence Mem. Mus.Independence Mem. Mus.
Das Independence Memorial Museum: Von Südwestern "Kaffeemaschine" genannt. Südwesterhumor?

Dann wieder packt uns die Ungeduld, wenn wir über Onlineformularen für Flugbuchungen brüten und beim finalen Bezahlen das Airline-System aussteigt. Auch die Kommunikation mit verschiedenen Schiffsagenten steht an. Schließlich sind Rückflug und Verschiffung unter Dach und Fach.
Inzwischen hat der Herbst in Windhoek Einzug gehalten, wir sitzen gerne in der Sonne und lassen uns den Pelz wärmen, träumen davon, daß in den weiter südlich und tiefer gelegenen Gebieten der Kalahari zumindest tagsüber freundliche Temperaturen herrschen.
Farmstraße zum CampFarmerfamilieFarmcamp "Autabib"
Verblüffende Unkompliziertheit: Wir werden zum Camp geschickt, mit "Enjoy!" verabschiedet sich die Farmerfamilie in den Urlaub (ins Damaraland, 4x4, versteht sich . . .).

Monument und NestMonumentWeaver nest: Mietskaserne
Auf dem Weg nach Mata-Mata

In der Tat brennt die Sonne südlich von Gochas beim Red Dune Camp noch sehr heiß. Wir ziehen von der Düne mit Aussicht in den schattigeren Campsite im Farmhof und verbringen vier entspannte Tage auf „Tranendaal“.
Auf der roten DüneAbendstimmung auf der roten Düne

Die Fahrt geht weiter entlang des Auob-Rivier bis Mata-Mata. Schade, keine Chance auf Camp im Kgalagadi Nat. Park an dieser Stelle – fully booked wird uns beschieden.
KalaharipisteGenuußfahren!
Durch weites Kalahari-Farmland bringt uns die Piste um den Park herum bis nach Rietfontein in Südafrika.

05 Mai 2014

Nach Zimbabwe, über RSA, Botswana zurück nach Windhoek

6. März bis 13. März 2014

Das Vogelparadies Chobe verlassen wir mit Brita und Klaus zusammen nach Zimbabwe: Brita und Klaus wegen ihres Carnets, wir, um Ntando mit ihrer Familie in Bulawayo zu besuchen.
Wenige Kilometer hinter der Grenze erwischt uns die Willkür der Zimbabwischen Polizei. 20 $ US für die ausgefallene Nummerschildbeleuchtung an Klaus und Britas Kia sowie 10 $ US für die Sprünge in der Windschutzscheibe unseres Toyota. Sonst konzentrieren sich die weiteren Roadblocks auf Kleintransporter und Busse, deren Fahrer oft schon „Handgeld“ bereithalten.

Mal wieder bei strömenden Regen biegen wir hinter Hwange in den gleichnamigen Nationalpark ab, um das Sinamantella Camp zu erreichen.
Regenfahrt!
Wir sind dort tatsächlich die einzige Gäste! Der desolate Zustand des Camps spricht für sich; für die Bereitung heißen Duschwassers muß der Attendant uns um Streichhölzer bitten. Nette Geste der Rezeption: Für den nächtlichen Besuch der Sanitärs bekommen wir wegen Stromausfalls eine Kerze.
Andere Gäste übernachten jetzt hauptsächlich in privat geführten Lodges außerhalb des Parks.
Der Zugang zu vielen Wasserlöchern ist gesperrt, und von den Erreichbaren sind nur noch wenige in gutem Zustand.

WasserpumpePhoto Voltaiczerstört
Die vorhandene Solaranlage wird nicht gewartet, gepumpt wird mit teurem Diesel

Tiere beobachten wir kaum, sie sind auffällig schreckhaft und scheu: Wer denkt dabei an Böses?
Flußpferde

Main CampMainroad
Das Maincamp sieht noch aus wie früher, aber auf dem Campsite sind die einzigen weiteren Gäste Overlander aus Südafrika, die Chalets blieben leer. Der Hauptweg im Park ist nur noch teilweise befahrbar.

Lupane liegt zwischen Hwange und Byo
Auf dem Weg nach Bulawayo: Lupane, wie 1990.

Mit sehr gemischten Gefühlen erreichen wir die Stadt. Fünfundzwanzig Jahre Stagnation haben sie kaum verändert; auffällig nur die große Zahl an Straßenhändlern und informellen Märkten.
StraßenhändlerFußwegeWegweiser

National Art GalleryWorkshop in der GalleryRon mit von ihm restaurierter Harley
Dennoch, es gibt eine lebendige Kulturszene; und unser alter Freund Ron, 1990 bei einem Treffen der Christian Motorcyclists Association of Zimbabwe kennengelernt, konnte seine jüngst restaurierte Harley Davidson präsentieren.

Bei Ntando werden wir wieder wie alte Freunde aufgenommen. Ihrer Familie geht es gut; beide haben Arbeit, die Kinder besuchen Oberschulen und werden studieren können. Sie und ihr Mann Dumani betreiben im Nebenerwerb Hühnerzucht, auch Mais- und Gemüseanbau.
Ntando, Familie und BesuchMaisfeld und Eingang zum HofHaus und Cottage hinterm Rape-Anbau

Einerseits sind die Preise für Lebensmittel sehr hoch, weil fast alles aus Südafrika importiert werden muß. Andererseits möchte Ntando ihrer Familie gesundes Essen aus frischen Zutaten bereiten.

Die meisten Farmen liegen unproduktiv brach – ein bedrückendes Bild. Bezahlt wird vorzugsweise mit US-Dollar; Yen, Rand, Euro, Brit. Pfund, Pula werden aber auch akzeptiert. Eine eigene Währung gibt es nicht mehr.

Nach ganz herzlichem Abschied brechen wir auf nach Manama. Auf der ganzen Strecke begegnet uns nicht ein einziger Bus. In weiten Bereichen ist public transport ein Fremdwort. Das Manama Business Centre wirkt eher tot. Die Schule ist in die Jahre gekommen, aber nach wie vor ein lebendiger Ort. Von den alten Kollegen ist nur noch der damalige stellvertretende Schulleiter, heutige Direktor, geblieben; viele sind bereits verstorben, einige in Funktionsstellen an anderen Schulen.

Manama High SchoolErinnerungen: Bio departmentCampus nach Regen
Headmaster T. MuleyaIm neuen Cultural CentreEr darf nicht fehlen.

Tuli River
Die Regenzeit fällt auch hier heftig aus, der Tuli läuft. Endlich gäbe es auch hier einmal Wasser im überfluß, wenn da nicht schon im Januar die Leitungen weggeschwommen wären. Die Reparatur wird erst nach der Regenzeit möglich sein.

⎯ ❖ ⎯


In Beitbridge fahren wir über die zimbabwische Limpopobrücke nach Südafrika hinein. Der sich träge dahinwälzende Fluß sieht eher aus wie ein See! In Musina überrascht uns die Nachricht, daß die Grenzübergänge nach Botswana geschlossen sind. Der Limpopo überschwemmt Felder und Brücken. Zwischen Botswana und Süafrika gibt es keine so große Brücke wie die zimbabwische, und der Scheitel der Flutwelle wird erst in wenigen Tagen erwartet.

Überflutete Parkplätze am LimpopoGesperrter Grenzübergang. . . warten auf Rückgang des Wassers

Erst in Dordepoort, auf der Höhe von Gaborone, können wir über den Fluß nach Botswana und nehmen den Trans Kalahari Highway über Ghanzi zurück nach Windhoek.

Trans Kalahari HighwayGruene KalahariGewitterstimmung auf TKH
Die Kalahari grünt und blüht, Schmetterlinge überall. Und wieder Gewitter, mit Regen wie aus Kübeln.

Beim Übernachten in Gobabis erleben wir hautnah, wie nach Wasser gebohrt wird, sozusagen direkt neben unserem Stellplatz. Aus 140 m Tiefe sprudelt bestes Trinkwasser herauf.
Bohrungtiefer . . .noch tiefer . . .
fündig in über 140 m Tiefe!Wohlverdiente Mahlzeit

Trotz unseres vom Hochwasser erzwungenen Umweges erreichen wir Windhoek rechtzeitig, und schließen Schwester und Schwager aus Frankfurt, Gudrun und Volker, glücklich in die Arme.

04 Mai 2014

Namibia

20. Januar bis 6. März 2014

In Namibia angekommen – hier bin ich Tourist, hier darf ich es sein

4. Mai 2014 – ✍
Alle Freunde und Verwandte sind wieder glücklich in der Heimat angekommen, und wir können uns nicht mehr vor dem Schreiben des blog „drücken“.
Obwohl das Leben als Tourist ganz schön anstrengend sein kann . . .



Auf der Salzpfanne
Vom Grenzübergang Oshikango geht es durch das King Nehale Gate in den Etosha Nationalpark.


Auf der Salzpfanne



Und wir sehen die ersten Tiere.
Impala AntilopeGiraffeKudu
SpringbokHippo Hippotamus

Jeder Tag bringt auch hier Gewitter, was aber durch den Blick vom Camp Weavers Rock auch einmal zum tollen Erlebnis werden kann. So haben wir Namibia noch nicht gesehen.
Weavers Rock: EingangWeavers Rock: AusblickWeavers Rock: Gewitterstimmung

In Windhoek steht die 300 000-km-Inspektion an, die Hans Rothe mit gewohnter Umsicht und Qualität ausführt - und am Grill ist er auch unschlagbar!
Brai bei HansBei Hans und Dorle

Dann freuen wir uns auf das Treffen mit den anderen Westroutenfahrern am Brandberg.
Auf dem Wege besuchen wir in Omaruru Aret von Koenen auf seiner Farm – Aret kennen wir von früheren Reisen.
Campsite auf Arets FarmLiliengewächs auf Arets FarmTurtle auf Arets Farm

Wolken und Neben hängen tief über dem Brandbergmassiv. Bei diesem Wetter wird der Ausflug zu den Felsmalereien mit den Hannoveranern, Holländern und dem Belgier zu einem gemütlichen Spaziergang. Später lesen wir in der Allgemeinen Zeitung, daß heftige Regenfälle den Wanderweg unter Wasser gesetzt haben.
Brandberg im NebelBrandberg im NebelBrandberg im Nebel
Aufstieg zur "White Lady"White Lady?White Lady-Bereich

Gemeinsam klettern wir mit unseren drei Wagen vom Brandberg White Lady Camp über den 4 x 4-Trail zum Burnt Mountain und weiter zum Aba Huab Camp – ein wunderbarer Einstieg in die Weite Namibias. Dort trennen sich unsere Wege wieder.
Am Burnt MountainBurnt MountainSave the Mountain!
ZeugenbergIm DamaralandHornbill am Brandberg

Wir träumen von einem Bushcamp im Reich der Barking Geckos. Dieses liegt in der Nähe vom Doros Krater auf der 4 x 4-Strecke zum Ugab Rhino Trust Camp.
Am Doros KraterWegweiser zum Ugab CampUgab Camp

Aber unsere vor sechs Jahren in Indien gekaufte Batterie macht uns unterwegs einen Strich durch die Rechnung: Sie fängt mächtig an zu kochen. Mit stabilen Plastiktüten basteln wir ein Säureauffangbecken und sehen zu, daß wir zügig nach Swakopmund kommen, dem nächsten Ort, wo man eine neue Batterie kaufen kann. Eine ordentliche Motorwäsche beseitigt (hoffentlich!) die anfangs übergelaufene Säure.
So beschert uns die defekte Batterie noch einen netten Stadtbummel durch Namibias zweitgrößte Stadt.
Swakopmund: Alte BrückeUnd wieder: SüdWesterHumorSwakopmund: Aber sicher!
Swakopmund: Hübsch, näch?

Schon vor unserer Reise haben wir uns mit unseren Freunden Anke und Peter aus Berlin verabredet, und auch Ankes Schwester Brita samt Schwager Klaus aus Südafrikas sind mit von der Partie.
Auf Rooiklip
So treffen wir uns auf Farm Rooiklip zunächst mit Brita und Klaus und genießen beim Roten Gesellschaft und die weite Aussicht. Wir freuen uns alle vier auf das Wiedersehen mit Anke und Peter.

Am 13. Februar fliegen die beiden ein, und wir fahren gemeinsam auf die Ameib Ranch. Hier können wir laufen, staunen über die Felsformationen des „Riesental“, die blühenden Pflanzen auf dem Weg zur „Philips Cave“ und die Kulisse von „Bulls Party“. Birdwatching vom Feinsten!

Berliner in SüdWest?
Auf dem Weg nach Ameib: Farm Berlin

Hummeldumm auf AmeibGelbes Blütenmeer auf AmeibLilie auf Ameib
Ameib: Bulls PartyBulls Party: Ungewohnt grün. . . und feucht

Gewitter auf Ameib. . . kommt näherKhan läuft - Toyota auch
Natürlich bekommen wir auch unser tägliches Gewitter ab, selbst das Khan Revier läuft.

Unterwegs nach Etosha erstehen wir diesen Pilz, der nach Regenfällen aus Termitenhügeln wächst. Drei davon sind eine leckere Mahlzeit satt - für sechs Personen."Termiten-Pilz"

Okahandja bypassIrgendwo an der Pad

Im Park dann bald die ersten Begegnungen – die nächsten 500 m konnte es nur im Rückwärts weitergehen.
Elefant . . .. . . ohh, hmm, äähh!

Am Wasserloch im „Halali Camp“ fanden sich in der Nacht Hyänen, Löwinnen und Nashörner ein - nichts für Amateur-Fotoapparate.

Wir besuchen den Hobas Meteoroten und Autowandern dann durch die Otavi Berge. Bezaubernd die grüne Landschaft, auf der Pad sitzen hunderte von Schmetterlinge an den Pfützen. Dies ist die schöne Seite der Regenzeit, die dieses Jahr spät, aber um so heftiger begonnen hat.
Hobas MeteoritWer wird denn wohl . . .Guinas Kratersee bei Tsumeb
Otavi Mts.Schmetterlinge

Okavango und Chobe bilden inzwischen weite Sumpfgebiete, Mücken und andere Plagegeister inklusive. Bei Bootstouren aber lassen sich Vierbeiner, Vögel und Landschaft entspannt beobachten.
BootstourNilkrokodilSchlangenhalsvogel
Elefant, einer von vielen . . .FlußpferdeWarzenschweine

Hier erreicht uns dann die Nachricht vom Tod unseres Freundes Nobse, den wir schmerzlich vermissen werden.
Baobab

10 Februar 2014

In Angola: Sprachlos!

15. Januar bis 20. Januar 2014

Business as usual – nicht mehr in Lehmhütten, sondern in neuen modernen Abfertigungsgebäuden; keine Schlepper und Straßenhändler in Sicht.

Nach fast 900 km Piste erwartet uns nun ein glattes Asphaltband, das sich fast italienisch durch die Berge schwingt. Die kleinen Ortschaften wirken wie tot im Vergleich zum quirligen Leben in West- und Zentralafrika an den Straßen.
Dafür spricht der erste ATM, den wir in Mbanza-Congo anlaufen deutsch mit Karin, und an modernen Tanktempeln gibt es den besten Espresso seit Spanien, wenn auch zu Ku’damm-Preisen. Natürlich regnet es bald wieder in Strömen, der Gewittersturm peitscht das Wasser vor sich her, aber hier auf dem Asphalt freuen wir uns über die kostenlose Autowäsche. Bei dem Wetter fahren wir glatt durch bis Nzeto am Atlantik.
Der erste weiße Mensch, den wir nach Unterkunft fragen, stellt sich als polnischer Missionar vor, und so stehen wir mal wieder bei einer katholoschen Mission. Erinnerungen an Manama in Zimbabwe werden wach: Baobabs, Jakaranda, Blue Waxbills und trockener Sandboden.
Baobab in Nzeto Mission
So bleiben wir zwei Nächte bei dem freundlichen Priester, zwei erholsame Tage für Frau, Mann und Maschine.

Während Shoprite und Co., ATMs und Tankstellen in den wenigen großen Ortschaften sehr modern daherkommen, werden auf dem Lande weiterhin Bushmeat wie kleine Antilopen, große Nager und auch Affen feilgeboten.
BushMeat in der Provinz ZaireBushMeat

Es herrscht bittere Armut. Zumindest ein Teil des Ölreichtums fließt in den Bau von Wasserpumpen und gedeckten Brunnen für die ländliche Bevölkerung.
BrunnenSolarstrom für Mobilkommunikation
Kontrast zwischen Hütte und HighTech

Auch leuchten immer wieder die lebhaften Farben von Hausbauprojekten in der Landschaft.
Housingprogramme. . . in Variation

Am dritten Fahrtag begleiten uns schwere Gewitter zum Nachmittag, so daß wir in einer Pensao Zuflucht suchen. Der Regen tropft durch die Decke: wir stellen das Bett um. Die verschmutzten Handtücher werden erst auf Nachfrage durch frische ersetzt, auch eigene Bettdecken sind angesagt. Die Würmer in der Dusche werden entsorgt, nun fliest auch das Wasser ab. So eine Nacht kostet in Angola 40 $ US.
Das kalte Bier entschädigt für vieles, und wir schauen auf die riesigen Pfützen, die sich draußen bilden.
Abends in Alta HamaAlta Hama: die Abendszene

In der folgenden Bergregion zwischen Alto Hama und Benguela entdecken wir wieder Marktstände mit leckerem Obst und Gemüse an der Straße.
Hochfläche 1800 mMarktstand im Hochland

Benguelas Innenstadt wirkt auf uns sehr portugiesisch mit vielen Bars und Restaurants, die alle gut besucht sind – es ist Sonntag; man flaniert.
Unser kleines Hotel, ein Tip von Barry aus RSA, bietet allen Komfort mit opulentem Frühstücksbuffet in ungewohnt angenehmen Ambiente, internationaler Standard sagt man wohl, und auch WiFi, wenn nicht der portugiesische Patron das Password mit nach Hause genommen hätte! Für Angola sehr günstige 110 $ US sind uns das wert.

Nicht weit von der Grenze zu Namibia stauben wir dann noch einmal durch 40 km chinesischen Straßenbau, wie schon so oft in ganz West- und Zentralafrika.
Staubige Umleitung
Überhaupt hatten wir den Eindruck halb Angola sei an China verkauft worden – man sehen uns diese saloppe Interpretation nach.

Viel schneller als geplant durcheilten wir das Land, das uns nicht nur wegen des Portugiesischen sprachlos läßt – but the scenery is great.

Business as usual – wieder Abfertigungsgebäude . . . Até à próxima, Angola!

09 Februar 2014

Republik Kongo und Demokratische Republik Kongo

10. Januar bis 15. Januar 2014

Unser Bushcamp in Kongo/Brazzville hinter Kibangou ist ruhig gelegen, allerdings überraschen heftige Schauer in der Nacht.
BushCampLandschaft vor Dolisie. . . vor Dolisie
TropenholzWo kommt denn das noch her – doch nicht von den grünen Hügeln?

Die Strecke bleibt dennoch einigermaßen befahrbar, nur ist der Toyo bis Fensterhöhe rot verschlammt. So erreichen wir nach 280 Pistenkilometern Dolisie.
Eine Espressopause kommt da gerade richtig, das nötige Kleingeld aus der Wand – auch vor der Rep. Kongo macht der Fortschritt nicht halt. Die Kommunikation ist dank günstiger AirTel-SIM Card auch in diesem Land gesichert.
Jetzt geht es auf die Piste nach Kinkala; es bleibt trocken, das ist fahrtechnisch gut, schlecht ist die Sicht: Rasende Vierzigtonner und die Sinotrucks der chinesischen Straßenbauer sorgen für Schrecksekunden, wenn sie aus den undurchdringlichen Staubwolken auftauchen. In Mindouli werden wir mit fünf anderen Wagen zu einem Minikonvoi mit Militärbegleitung zusammengestellt: Sicherheitsdefizite im Grenzbereich der Kongos . . .

In Kinkala beendet Asphalt die Schüttelei der letzten Tage; wir biegen ab nach Boko, erreichen nach 22 km eine nette Lodge. Die Zimmerpreise sind kaum höher als für Camping – wir sparen uns die Zeltaufbauerei – und das Einpacken der durchweichten Zeltbahn am nächsten Morgen, denn es schüttet in der Nacht wie aus Kübeln.

Lodge hinter KinkalaDas Motto der Lodge „Ndama da Lembono“

Am 13. Januar geht es dann auf die härteste Piste zu, die wir auf der ganzen Fahrt hatten, wie sich herausstellen soll; sie ist auch nicht auf der Michelinkarte eingezeichnet. Bis Boko reicht der Asphalt, es folgt ein Mix von sich windender Bergpiste mit starken Steigungen, Auswaschungen und Schlammlöchern, aber auch lange Passagen hervorragender Lateritpiste.
Lateritpiste

Dann steht der Grenzstein „Frontiere Congo Belge“ in der Landschaft – ab jetzt ist die Piste ein holperiges Spurenbündel, wir orientieren uns nach den frischesten und tasten uns vor zum Grenzort Ndangadanga.
Historischer GrenzsteinKongo-PisteKongo – Piste?

Die Pässe werden gestempelt, der Zoll soll erst in Luozi erledigt werden.
Wir kriechen weiter, oft mit Untersetzung navigiert Uli den Toyo über die feuchtglatte Piste, häufig langsamer als Schritttempo, jede Sekunde volle Konzentration. Difflock haben wir nicht gebraucht. Die wunderschönen Ausblicke von dieser spannenden Kammstraße hätten vielmehr Aufmerksamkeit verdient. So verschlägt es uns fast den Atem, als wir überraschend den mächtigen Kongofluß in Dunst und Nieselregen erblicken.

In Luozi angekommen gibt es auch keinen Einreisestempel ins Carnet – der Zollchef ist auf Dienstreise, und Chefs nehmen Stempel, Schlüssel und Passwörter immer mit. Übernachten in einer Katholischen Mission. Am nächsten Morgen geht es zur Fähre. Es ist ein bewegender Moment, am Kongo zu stehen.
KongofaehreAm AnlegerDer Kapitaen
MarktfrauSpiegelverkaeuferBordfotograf

Weiter nach Songololo, wieder bietet eine Katholische Mission einen Stellplatz.
Camp unter Beobachtung

Beim Zoll erfahren wir, daß auch hier der Chef nicht da ist, sollen am nächsten Morgen um 7.00 h vorstellig werden. Das klappt dann auch, am Tag der Ausreise gibt es endlich den Einreisestempel.

Markt in SongololoNach Angola!
Nach Einkauf auf dem Markt holpern wir zur Grenze Kongo/Angola.

Mal wieder ist ein Chef nicht im Dienst. Das wäre grundsätzlich kein Problem, aber dieser Chef der Passkontrolle hat eine Frau in Deutschland, und weil wir dies sicher zu würdigen wüssten und gerne mit ihm plauschen würden, sind wir herzlich eingeladen, im klimatisierten Büro zu warten. Natürlich freuen wir uns entsprechend . . . Die Eiseskälte aus der AC treibt uns allerdings raus unter das gemeine Volk, welches zügig abgefertigt wird.
Schließlich wird der Chef mit mehr als einstündiger Verspätung auf den Hof chauffiert. Er ist nicht zu übersehen, in seinem weißen Nadelstreifenanzug, mit Golduhr und Kettchen im roten Sumpf vor dem Büro. Wir plaudern eine Weile, schauen uns den Herrn auf seinem iPad in Variationen auf dem Oktoberfest in München an und werden schließlich mit den besten Wünschen nach Angola entlassen.


22 Januar 2014

Gabun: Spagat zwischen Petrodollar und Albert Schweitzer

28. Dezember 2013 bis 10. Januar 2014

Durch bergige Waldlandschaft mit Kurven, die jedes Motorradfahrerherz höher schlagen lassen, geht es auf den Nullmeridian zu. Wir errreichen den Äquator kurz vor Ndjole und begießen das Ereignis mit unserer letzten Flasche „Gazeuse“ aus Benin.
nachgereicht, Dateinamen ohne dt Umlaute
Wo´s langgeht . . .. . . nach LambarénéBegegnung on the Road

In der leicht desolaten Katholischen Mission in Ndjole campen wir.
Ndjole Mission . . .. . . der Priester kam mit "Hummer"

Der Albert-Schweitzer-Komplex in Lambaréné ist von anderem Kaliber. Wir nehmen ein Zimmer mit AC – ein wenig Luxus ist an der Zeit, und wo sind 20 000,– CFA besser angelegt, als bei der Albert-Schweitzer-Foundation?
Die historische AnlageFriedhof in LambarénéAlbert Schweitzers Grab
Unser Hotelzimmer am OgoouéBesser als Dachzelt?Blick auf den Fluß

Statt Sylvesterkarpfen soll es Pizza geben, doch Lambarénés Restaurants können nicht liefern: Kein Käse verfügbar. So bleibt es bei Spaghetti und ordentlich kaltem Bier, der Abend mit den Hannoveranern (die wir schon aus Marokko kennen) und Gilles ist gerettet.

Am Neujahrstag verabschieden sich Gilles und die Hannoveraner Richtung Republik Kongo. Ihre Eile ist verständlich, müssen sie doch noch ihre Angola-Visa organisieren.
Wir bedauern, nicht mit ihnen fahren zu können: Leider ist unser Visum für die Kongos erst ab dem 10. Januar gültig.

Hat auch sein Gutes: Lambaréné erfreut mit Stadtleben und leidlich schnellem Internet-Café.

ImpressionenMarktstandWerbewirtschft boomt

Wir hingegen denken, daß wir ein „Multiple Entry Visa“ für Angola haben, weil in der Rubrik „Nr. of Entries“ ein M steht. Dementsprechend geht unsere Traumroute über Rep. Kongo/Dolosie/Pointe-Noir nach Cabinda, weiter durch DR Kongo/ über die Brücke des Congo vor Matadi nach Angola. Die Entwarnung der Deutschen Botschaft in Luanda für die Enclave Cabinda sorgt für weiteren Rückenwind.
Vorsichtshalber fragen wir in Berlin nach, ob unsere Visa diese Reiseroute tatsächlich zulassen, werden aber dahingehend belehrt, daß das „M“ keinerlei Bedeutung hat – also nur einfache Einreise, neue Planung ist angesagt!
Wir bleiben zwar dabei, über Ndende nach Dolisie zu fahren, dann aber weiter Richtung Brazzaville bis Kinkala, von dort über Boko nach Luozi zur Fähre über den Congo.

Mission auf dem Weg zur Grenze Rep. Kongo
In Ndende stehen wir bei der Katholischen Mission und beobachten gedankenvoll den sich zuziehenden Himmel. Es hat jetzt gerade erst zwei Tage nicht mehr geregnet.
Vorsichtige Aussage von Gilles per SMS „piste hard but ok when dry; it was dry.“
Der erste Fahrtag mit Grenzformalitäten Gabun und Rep. Kongo bleibt trocken, wenn auch die Piste wegen der vorausgegangenen Gewitter mit Schlammpassagen aufwartet.

03 Januar 2014

Cameroon, so neat!

14. Dezember bis 28. Dezember 2013

Vorsichtig umfahren wir auf der Piste im Grenzbereich einen liegengebliebenen LKW – Vorboten der bislang gefürchteten Ekok–Mamfe-Piste?

Die Datenerhebung der Kameruner Grenzorgane erfolgt etwas umständlich, Stempel in Paß und Carnet gab es dann sehr flott. Wir suchen einen Geldwechsler und gehen Tee trinken.
Die Strecke von Ekok nach Mamfe hat inzwischen ihren Schrecken verloren: Chinesische Firmen pflegen die Piste, während sie parallel dazu eine breite Asphaltstraße durch den Wald vorwärtstreiben, auf der wir dann auch schon die letzten Kilometer fahren können.
Gilles auf der Ekok-Mamfe-PisteEkok-Mamfe: work in progressOrdnung muß sein

Gilles fährt dann mit uns über Bamenda bis Bafoussam, dann weiter direkt nach Yaoundé, während wir Richtung Mt. Kamerun abbiegen. Wir genießen noch eine Weile die frische Kühle der Berge und das Dahinrollen auf bestem Asphalt.
Außerirdisch . . .

Der endet abrupt, als wir in Loum nach Kumba abbiegen.
HiLux strandet auf Matschpiste
Gerade noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang finden wir eine kleine Presbyterianische Gemeinde. Hätte nicht das Pastorengewand draußen gehangen, hätten wir wahrscheinlich gar nicht angeklopft. Die Pastorin heißt uns willkommen, wir können übernachten.
Für die folgenden 35 km durch Bananen-, Ananas- und Ölpalmenplantagen brauchen wir vier Stunden und anschließend eine Autowäsche. Viele Flußläufe werden als Auto-, Motorrad- und LKW-waschplatz genutzt – verseucht?
Autowäsche, kamerunisch

Wir erreichen den Mt. Kamerun, aber schade: Der Berg hüllt sich völlig in Wolken, wie auch das ganze Land im Dunst liegt. Die Nacht verbringen wir am Atlantik in der Nähe von Limbe, allerdings ohne die klebrige Schwüle von Lomé. Nachts kühlt es erholsame 18 °C ab.
Gilles teilt per SMS mit, daß er in Yaoundé bei den Presbyterianern abgestiegen ist. Wir stoppen zunächst bei TOYOTA in Yaoundé. Unsere Windschutzscheibe hat drei Einschläge durch von einem LKW herabfallende Steine erlitten. „C’est n’est pas grave!“ erläutern Service und Werkstatt unabhängig voneinander, obwohl sie uns für 400,– Euro gerne eine neue Scheibe eingesetzt hätten.
Die Presbyterianische Mission liegt ruhig, mitten in der Stadt, auf einem Hügel; das große Gelände gleicht einer Parklandschaft. Wir campieren schattig auf „lawn“, nehmen die dürftigen Sanitäranlagen in kauf. Zu Fuß sind Geschäfte, Restaurants, Internetcafé und Patisserie (leckerst!) erreichbar – ein idealer Platz für Großstadt-Camping.
Bei den Presbyterianern treffen wir auch Gilles wieder und verabreden lose, Sylvester gemeinsam in Lambaréné zu verbringen.
Camp in Yaoundés CityWiedersehen wird begossen
Yaounde vom Missionsberg gesehenBegegnung auf dem Missionsberg

Voller Spannung fahren wir zur Deutschen Botschaft. Konsul Thomas Scherer händigt uns die Zweitpässe mit den Visa für Republik Kongo (Brazzaville), Demokratische Republik Kongo sowie für Angola aus, die per DHL aus Berlin eingetroffen sind. Sind wir froh!
Konsul Scherer ist übrigens eine Ausnahmeerscheinung im deutschen diplomatischen Dienst: Fernreisenden zugewandt, selbst mit LandCruiser HJ60 nach Mongolei gereist; mit Eigenbau-(!)-Flugzeug von D zum Dienst nach Kamerun geflogen . . .

Wieder einmal können wir im Goetheinstitut ZEIT- und SPIEGEL-Lektüre genießen. Umwuselt von ganz vielen Studenten der deutschen Sprache schicken wir per Internet die Weihnachtspost auf die Reise. Unseren blog führen wir bei Café au Lait (von Espresso!) im Espresso House weiter und sitzen dann abends zur Abwechslung einmal beim Türken – sehr gutes Essen mit Mokka.

Gilles fährt weiter, den Mt. Cameroun (etwas über 4000 m!) zu besteigen, wir an den Strand nach Kribi. Über Edea steigen wir langsam von den relativ kühlen 800 m wieder auf Meeresniveau hinab, wo es trotz kräftiger Brise deutlich wärmer ist.

Weihnachten campen wir im „Tara Plage Hotel“ unter Palmen. Uli mag hier im Strandrestaurant eines Fischers sogar den Baracuda, Karin genießt Crevette à Kribienne – frischer geht es nicht.

Strand beim "Tara Plage"Fischer kämpft mit Brandung. . . geschafft
So wirbt das Strand-Restaurant . . .. . . mit Erfolg

Das Hotel ist voll mit Urlaubern aus Kamerun, vielen NGOs, Geschäftsleuten und ausländischen Touristen – Kribi bietet schließlich den schönsten Strand des Landes. Die Einheimischen beschreiben Kamerun als besonders stabil und vergleichsweise weiter entwickelt als die meisten Nachbarn der Region. Das ist auch unser Eindruck.

Beim Strandspaziergang am 24. spricht uns ein Paar an und lädt uns spontan zu einem Drink zu sich ein. Als wir abends dort ankommen staunen wir nicht schlecht. Aus dem Drink ist eine Flasche Champagner geworden. Wir plauschen angeregt mit dem Marmorhändler und seiner Partnerin, die Aktivistin für die Rechte von Frauen ist. Am nächsten Tag führen uns die beiden noch über den Golfplatz von Kribi, dessen Anlage mit altem Baumbestand in der Tat besonders reizvoll ist; selten bekommt man solche Baumriesen noch in der Regenwaldzone zu Gesicht.

Michel zeigt uns den GolfplatzLetzte Baumriesen. . . auf dem Golfplatz

Nach vier erholsamen Tagen brechen wir Richtung Gabun auf; über 170 km Staubpiste erreichen wir nach acht Stunden Ebolowa und nehmen dort ein Zimmer.

Bester Asphalt führt über 128 km nach Süden, zur Grenze; schnell sind die Formalitäten der Kamerunausreise erledigt. Das gilt auch für die Gabunseite.

03 Januar 2014

Nigeria – ganz anders . . .

4. Dezember bis 14. Dezember 2013

Weiter über Nikki kommen wir auf bester Teerstraße zur nigerianischen Grenze; zugegebenermaßen mit ziemlich gemischen Gefühlen.
„Welcome to Nigeria!“ Freundlicher Empfang, korrekte Abwicklung der Formalitäten und Hilfe beim Geldtausch zeigen, daß unsere Bedenken unbegründet waren.
Wir finden den von „Jonas in Afrika“ (= seine Website) vor vier Jahren beschriebenen Platz für Bushcamping bei Kosubosu, auf großen Felsplatten gelegen. Eine sternklare Nacht bei nur 17 °C (schnatter!) war ein besonderes Erlebnis.
Ein besonderes Erlebnis war auch die Piste zu diesem Platz und weiter nach New Bussa.

Piste, so weit das Auge reichtStaub ohne Ende
Grader nötig!Fragen über Fragen!
Termiten brauchen keinen Caterpillar
Dorf an der PisteFeldbearbeitung für Yam-Anbau

Das angepeilte Camp vom „Lake Kainja National Park“ erreichen wir nicht – mehr als 160 km waren an diesem Tag nicht drin.

So nahmen in New Bussa ein Zimmer im Gästehaus der Elektrizitätsgesellschaft, heilfroh, dieses vor Einbruch der Dunkelheit gefunden zu haben und freuen uns über Bier und Reis mit Gemüse.

Zum Teil völlig desolater Asphalt begeistert uns auch nicht gerade auf der weiteren Strecke bis Bidal. Allerdings haben wir Glück mit den verschiedenen Arten von Roadblocs (Militär, Polizei, Zoll, Verkehrspolizei, Miliz hier und da). Nur zweimal müssen wir geschickt verhandeln, um die Frage, was wir für sie mitgebracht hätten, freundlich abzuwehren. Sonst bleibt es bei Geplauder, Grundkenntnisse über Bundesliga- und Premier League waren von Vorteil.

In Bida werden wir sehr freundlich im Gästehaus „Al-haramaim“ aufgenommen, können dort im Dachzelt übernachten – allemal luftiger als im vorhandenen Zimmer, dessen Toilette und Dusche wir benutzen dürfen für kleines Geld.

Camp im Hof des Al-haramaimSIM Card-Verkauf vorm Guesthaus

Bis Bida hat uns OpenStreetMap nie im Stich gelassen, ohne Probleme konnten wir selbst kleinste Straßen finden. Ab Bida war dann plötzlich Schluß. Garmin zeigt nur noch die Basiskarte an, wir fahren zum Teil „acht Kilometer neben der Straße“.
Felsen bei Suleja
Die große Stadt Suleja wird nur als Punkt gezeigt, Abuja, die Hauptstadt von Nigeria ist gar nicht vorhanden. So nähern wir uns nur mit den Koordinaten vom Sheraton-Hotel auf Motorways dem Zentrum von Abuja. Ein Autofahrer, mit seiner Familie unterwegs, fährt dann voraus und bringt uns direkt zu dem letzten Abzweig vor dem Sheraton – toll!

Für die weniger Eingeweihten: Das Sheraton stellt Overlandern auf der Rückseite des Komplexes seit über zehn Jahren Camping auf Rasen zur Verfügung. Im Squash Court können die Touristen, wie wir vom Personal genannt werden (alle anderen Gäste sind Businessclass), die Sanitäranlagen benutzen.

Natürlich werden die Pässe kopiert, Daten registriert, dann stehen wir hochgesichert auf dem preiswertesten Camping (2,50 Euro/Nacht) der ganzen Reise, mit Ausblick auf die Stadt.
Ausblick vom Sheraton-CampWatchman shampooniert Watchdog
Die andere Seite . . .. . . umweltfreundliche Abfallbeseitigung

Der Sonntag vergeht mit den allfälligen kleinen Routinearbeiten eines Lebens ohne Waschmaschine, Spülmaschine, Hebebühne und Ölabscheider. Wir genießen anschließend perfekten Cappucino und Pizza.

Es ist Montag, die Botschaften öffnen ihre Pforten: Geleitet von Koordinaten und dem Stadtplan aus dem Reiseführer kommen wir den Kamerunern recht nahe; wieder fragen wir jemand, der ruft seinen Fahrer an, welcher uns am Telefon genau erklärt, wie wir fahren müssen. Sogar die Telefonnummer des Fahrers bekommen wir, für alle Fälle. Paßt perfekt! Wir bedanken uns später telefonisch. Die Visa können wir am Mittwoch abholen. Sie kosten seltsamerweise 50 000,- CFA WEST (ca. 80 Euro), in Kamerun ist der CFA OST gültige Währung.
Dienstag wollen wir die Umgebung unseres Camps zu Fuß erkunden; allerdings ist das hochorganisierte Abuja eine reine Autostadt, und es ist absolut kein Vergnügen, vierspurige Motorways ohne die Hilfe eines Polizisten zu queren. Die nächsten Wege bewältigen wir wieder ortsüblich mit dem Auto.
Nachmittags steht Gilles, der belgische Motorradfahrer vor uns. Er hat unseren blog gelegen und vermutet, wir könnten jetzt in Abuja sein. Ein eiskaltes Bier am Pool des Sheraton (der Preis/Flasche entspricht zwei Nächten Camping) ist da ein Muß.

Auf der Fahrt zur Kamerunbotschaft übersehen wir im Getümmel beim Rechtsabbiegen eine rote Ampel – und werden prompt von Uniformierten aus dem Verkehr gezogen: 50 000,- Naira drohen! Nach vielen Malen Kotau und der Bitte um Verständnis kommen wir mit einem blauen Auge, spricht 1700,- Naira davon. Mit dem Kamerunvisum im Paß sind wir im Sheraton zurück.

Gemeinsam mit Gilles reisen wir über Makurdi weiter; durch wunderschöne Berglandschaft auf kleinen Straßen erreichen wir Ikom, kaum von den von anderen Reisenden angekündigten road blocks angehalten.
Das dritte Hotel ist noch nicht ausgebucht – wir bekommen Zimmer, na ja, nicht unbedingt erste Wahl. Abends sitzen Gilles und Uli wie die Terrier vor ihren MacBooks und unserem GPS-Gerät, bis endlich wieder eine OpenStreetMap mit allen Details zur Verfügung steht. Auch die neue Garmin-Navigations-Weichware „BaseCamp“ wird noch auf Ulis Mac geladen. Danke, Gilles!

Ikom: StraßenszeneIkoms PitStop

Es sind nur noch 30 km bis zur Grenze Kamerun. So ruhig wir eingereist können wir auch wieder ausreisen. Und doch: Trotz aller positiven Erfahrungen sind wir froh, denn Spannungen und Aggression sind im Land überall zu spüren.