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12 September 2013

Trans-Afrika, die Dritte . . .

Tourenkarte: Zentrale Route 1989 mit Moto XT600Z, Ostroute mit Landcruiser LJ70, Westroute Start 8/2013 mit Landcruiser HZJ78. . . über die Westroute!

Dienstag, 20. August 2013: Endlich Abfahrt von Berlin über Göttingen und Frankfurt mit Abschied von den Familien - nach Süden!

Frankreich haben wir ganz ohne Autobahn befahren. Über Belfort Richtung Haute Loire, dann Gorges du Tarn, Albi bis an den Fuß der Pyrenäen bei Tarascon. Das Urlaubsland par excellence gab uns Gelegenheit, mit der neuen Organisation des Autos und auch dem Dachzelt unter entspannten Bedingungen vertrauter zu werden.

Haute Loire: "Le Moulin"Haute Loire: Der freundliche MüllerHier in Frankreich erleben wir eine anrührende Begegnung. Das heutige Besitzerpaar von Le Moulin lädt uns spontan ein, auf ihrer Wiese unterhalb der renovierten Mühle zu übernachten, da der angefahrene Zeltplatz bei der letzten Flut weggespült worden ist. Ein Abendsnack und am nächsten Morgen ein Petit Déjeuner und mit einer Flasche 2002er Burgunder werden wir herzlich verabschiedet.

BaguetteautomatAn Cafés mangelt es selbst in den kleinsten Orten nicht; einige Boulangerien bestücken sogar Automaten mit ihren frischen Produkten.

Richtung Spanien geht es die Pyrenäen hinauf nach Andorra. Bei einem Preis von 1,10 Euro lohnt sich der Tankstopp.
Auch Spanien querten wir ohne Autobahnbenutzung zunächst von Andorra via Madrid bis Daimiel. Der dortgelegene Nationalpark Las Tablas ist ein Ornithologenparadies (Lagunengebiet) und bot auch einen, sogar kostenlosen, Stellplatz für eine Nacht.
In Ronda haben wir unsere Ausrüstung komplett überprüft. Wir befanden, dass die Daunenschlafsäcke für die weitere Reise zu warm werden würden und haben sie kurzerhand per Post zurückgeschickt - leider auch das Garmin-Navi. Wir hätten es mit OpenStreetMap füttern können und wären so in den Genuß eines größeren Bildschirms gekommen, wie uns leider zu spät von anderen Mitreisenden erklärt wurde.

ToreroRonda: StraßenszeneAm 30. August 2013 gelangen wir nach Ronda in Andalusien. Das vielbesuchte Städtchen ist voller Touristen - und ganz stolzes Spanien.
Ronda: SchinkenboutiqueRonda: Dieses Land verlassen?

Ölwechsel und Filter sowie Bremsflüssigkeitswechsel haben wir in Algerciras bei Toyota erledigen lassen. Hier kam uns der Zufall zur Hilfe, genau die richtige Ausfahrt in ein Industriegebiet genommen und einen spanischen Toyota-LandCruiser-Fahrer getroffen, der uns die nahe Werkstatt zeigte.

Am späten Nachmittag des 4. September 2013 reisen wir über Ceuta nach Marokko ein, erreichen am späten Abend glücklich Chefchaouen, finden trotz Dunkelheit noch Platz auf dem mit 20 Wohnmobilen einer Reisegruppe belegten Campsite.

Chefchaouen: Solarenergie auf den Dächern der MedinaChefchaouen: Im SoukChefchaouen: Soukimpressionen
Der malerische Ort scheint an den Hang geklebt, die Medina ist in blau und weiß gehalten, Marokko mit andalusischem Flair.

Von Chefchaouen geht es Richtung Osten durch das Rif-Gebirge, auf kleiner Paßstraße teilweise durch wunderschöne Zedernwälder. Fast jeder Passant bot uns unmissverständlich und mehr oder weniger nachdrücklich Cannabis-Produkte an (von denen der Tourist tunlichst die Finger lassen sollte).

Regenfahrten durch die Ski- und Erholungsgebiete der Königsfamilie und übrigen Wohlhabenden Marokkos im Mittleren Atlas haben auch ihren Reiz, ließen uns aber das Fotografieren vergessen. Dafür hat sich so langsam unser Blick für kleine Cafés und Geschäfte geschärft; manchmal waren die Löcher in der Wand als solche tatsächlich schwer zu erkennen.
Bis Erfoud begleitet uns der Regen mit Temperaturen um 10 °C.

Erg ChebbiBeim Erg Chebbi versuchen wir, das Dünengebiet auf der Ostseite zu umfahren. Dabei lernen wir Prof. Rechenbach von der TU Berlin, Fachbereich Bionik und Evolutionsbiologie, kennen. Leider sind wir so fixiert auf unsere Route (weil die Streckenbeschreibung im Reiseführer nichts mehr mit der Wirklichkeit zu tun hat), daß wir gar nicht darauf kommen, den zugewandten Professor und die von ihm entdeckte rollende Spinne (Cebrennus rechenbergii) zu fotografieren.

In Merzouga hält uns nichts, gerade weil wir als quasi die einzigen Individualtouristen von allen Seiten bedrängt werden: Kommt in meinen Laden, Hotel, Kiosk, Campsite und haste nicht gesehen . . . War aber auch das erste und bisher einzige mal.

Dorf im Anti Atlas. . . im Anti AtlasMarokko today
In diesem Teil Marokkos ist Infrastrukturentwicklung offensichtlich ein Schwerpunkt. Jedes noch so kleine Dorf, egal wie abgelegen, ist an Wasser-, Strom- und Straßennetz angebunden.

Schließlich landen wir in Tafraoute im Anti Atlas. Hier treffen wir Reisende aus Hannover, Annette und Andreas, die auch auf der Westroute ins südliches Afrika reisen möchten. Gemeinsam wandern wir zu den Painted Rocks durch eine Landschaft, die uns an die Granitfelsen in Matopos und Gwanda in Zimbabwe erinnern.

Annette, Karin, AndreasLes PeinturesLes Peintures, Detail

Wie die meisten Campsites bietet auch der in Tafraoute WiFi, so daß wir das Regenwetter nutzen, endlich den blog zum Laufen zu bringen!!