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04 Oktober 2013

Mauretanien, die Wüste ruft . . .

22. bis 30. September 2013

Zusammen mit Gilles, einem Belgier, unterwegs mit BMW GS 1200, meistern wir die Grenze Marokko–Mauretanien und sehen uns in Nouadhibou in dem Camp „Lefevrier“, mitten in der Stadt, wieder.
Nouadhibou: Vor dem CampGilles & GS1200

Nouadhibou: Stadtbummel-ImpressionenNouadhibou: Stadtbummel-ImpressionenNouadhibou: Stadtbummel-Impressionen
Eine Nacht in dieser Stadt reicht: starker Wind, Sand, Müll, alle Düfte des Orients (Ulis COPD muckt auf); wer vermutet hier funktionierende ATMs?
Doch doch, auch hier kommt das Geld aus der Wand.

Nouadhibou: DruckereiNouadhibou: Tiegel
Uli erspäht in einer Druckbude einen Heidelberger Tiegel, was den Auftrag für 50 Visitenkarten Made in Mauretania nach sich zieht; das Ergebnis dann doch im Digitaldruck. Aber immerhin für den eiligen Reisenden innerhalb 12 Stunden!

Für Gilles geht das Ländersammeln in Afrika weiter (Südamerika hat er schon komplett). Wir dagegen fahren Richtung Osten nach Atar, der heimlichen Hauptstadt der Mauren, im Adrar-Bergland gelegen.
Die Piste beginnt in Bou Lanouar und führt 360 km an der Eisenerzbahnlinie von Mauretanien entlang.
Erz-ZugErz-Zug

Düne in der AubergeZimmer frei!
Schon hier ahnen wir, dass die Piste durch starke Verwehungen schwer zu verfolgen sein wird.
Die erste Nacht in der Wüste verbringen wir im Auto - der immer mehr auffrischende Sandwind hindert uns daran, das Dachzelt aufzustellen. Um 21.00 h zeigt das Thermometer noch sehr kuschelige 40 °C.

Am zweiten Tag folgte Offroad pur, der Wind hat die Piste verschluckt – mit der Bahnlinie im Norden als Auffanglinie war die Orientierung nicht wirklich problematisch.
PisteKeine Piste
Nur den richtigen Weg durch die Dünen zu finden war nicht immer einfach. But the scenery is great!

Schließlich erreichen wir bei nun besserem Wetter den Monolithen Ben Ameira. Really magic!
Klarer Nachthimmel und lauer Wind erlauben einen entspannten Abend.
Ben AmeiraCamp am Ben AmeiraBen Ameira

Die Gendarmerie wünscht uns eine gute Nacht, nicht ohne den obligatorischen fiche (vorbereitete und 50fach kopierte Personal- und Autodaten) einzusacken.
Von drei polnischen Geländewagen, die hier auch am Abend einfielen, sehen wir am nächsten Tag nur noch die Rücklichter.
Uli fährt sicher durch die Tiefsandpassagen; das Auto säuft sichtbar Diesel, während es durch den Sand wühlt – nun zählt die Betriebsstunde, nicht mehr pro 100 km. Luftablassen ist hier obligatorisch; 2,0/2,3 bar reichten aber schon aus.

Einfacher Pistenverlauf700-m-PassBlick vom Pass
Je näher wir den Bergen kommen, desto klarer wird der Pistenverlauf. Ab Choum gibt es dann 100 km heftiges Wellblech, das erst an den Pässen endet und weiter in weiche Lehmpisten, vor Atar schließlich in Asphalt übergeht.

Das GPS führt uns zum Camp Bab Sahara in Atar, geführt von einem holländischen Paar, Treffpunkt der Wüstenfahrer in Mauretanien. Es gab aber keine Holländer und auch keine Wüstenfahrer mehr, außer uns machten nur zwei polnische Geländewagenbesatzungen Mittagsrast. In der ganzen Region liegt der Tourismus seit Jahren am Boden, aus Gründen, die auch die Rallye Paris-Dakar nicht mehr hier stattfinden lässt.
Impressionen aus AtarImpressionen aus AtarImpressionen aus Atar
Impressionen aus AtarImpressionen aus AtarImpressionen aus Atar

Es geht weiter nach Nouakchott, der Hauptstadt Mauretaniens. Links und rechts der Straße sehen wir große Überschwemmungsgebiete, die Regenzeit ist erst kürzlich zu Ende gegangen.
ÜberschwemmungBlutzoll an der AsphaltstraßeKein Wasserbett! Flexible Wasserspeicher.

Bummeln ist in Nouakchott ebenso wenig ein plaisir wie in Nouadhibou.

Unfallfahrer und Opfer
Wir erleben einen Unfall, Daimler gegen Mountainbike mit Kid drauf.
Der Unfallfahrer packt Kind und Rad ein und fährt los . . . hoffentlich zum Krankenhaus.



Backpacker, Fahrradfahrer, Autoschieber und Overlander treffen sich in der Auberge Menata. Damit ist reger Austausch auch auf englisch gewährleistet – Französisch ist nicht unsere Stärke.


Eine Autoversicherung für Senegal und angrenzende Länder erstehen wir nach einiger Sucherei auch noch, verlassen die Millionenstadt Richtung Süden.
NouakchottNouakchott

Zwei Tage im Schwemmland des Nationalparks Diawling bei Diama am Senegal-Fluß lassen Kongo-Gefühle aufkommen, so heiß und feucht ist es. Gut, daß unser Stellplatz unter Schirmakazien trocken ist.
ParkeingangCamp unter Akazie
Dammpiste
Die letzten fünf von 45 km auf dem Damm zur Grenze schaffen wir dann auch noch. Mauretanien verabschiedet sich mit der Erhebung von 20,- Euro Schmiergeld, Senegal begnügt sich mit 10,- Euro Begrüßungsgeld - Glück gehabt, wie wir später erfahren. Am Übergang in Rosso hatten andere Reisende ein Vielfaches zu berappen.

04 Oktober 2013

Marokko und die Westsahara

16. bis 20. September 2013

Sidi IfniSidi IfniSidi IfniSidi IfniSidi IfniSidi Ifni
Impressionen aus Sidi Ifni: Spanischer Kolonialcharme der 30er Jahre, gepaart mit lebhaftem marokkanischem Tourismus, zu dem auch an Spelunken erinnernde Bierbars gehören.

El FatmaEl Fatma: AnglerEl FatmaEl FatmaEl Fatma
Steilküste von El Fatma, beliebt bei Anglern und auch als Stellplatz von Overlandern auf dem Weg in die West-Sahara.

Kleine Episode: Im Camp Beduin, 40 km vor Laâyoune, lernen wir eine Koreanerin (NGO aus Südkorea) kennen, die uns einen Augenarzt empfiehlt. Ulis rechtes Auge ist schon seit fünf Wochen entzündet (wahrscheinlich schon aus Berlin mitgebracht); unsere Antibiotika aus der Bordapotheke wirken nicht. Die Wegbeschreibung für den Arzt in Laâyoune funktioniert, die Praxis ist geöffnet, der Arzt umsichtig und kompetent. Nach sieben Tagen Behandlung mit den verschriebenen Medikamenten ist Uli beschwerdefrei.

WestsaharaWestsaharaWestsahara: Dakhla, Stadttor
Kurz vor Dakhla entfaltet die Hupe ein Eigenleben: Sie hupt, ohne aufgefordert zu sein, haucht ihr Leben aus, bevor Uli die Sicherung erreicht. Ohne Hupe, das geht ja gar nicht – wird an jedem Roadblock als erstes vorzuführen sein!
Wir haben Glück, denn der Patron des Camps in Dakhla schickt uns einen Autoelektriker auf den Platz; nach kurzer Diagnose besorgt er zwei neue Tröten, Made in Germany . . ., Preis eher Marokkanisch.