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11 Dezember 2013

Von Togo nach Benin – auf den Spuren der Motorradtour von 1990

28. November bis 4. Dezember 2013

Wir fahren Richtung Kpalime/Kloto Mountain und atmen im wahrsten Sinne auf: Bald liegen der blaue Smog, Staub und salzige Schwüle hinter uns. Das Kloto-Campement, auf 600 m Höhe gelegen, war in Togo der Erholungsort unserer kolonialen Vorväter. Die Augen können sich nicht satt sehen an Urwald, Busch- und Berglandschaft. Eine kühle Nacht bei 20 °C und sauberer Luft sind Balsam für Körper und Seele.

Fernsicht von den Kloto-HillsKloto-Hills: Auffahrt
Marktstände in den HillsLecker gespeist in den Hills
Schwerstarbeit in den Hills
Sekundärwald, oder Kulturpflanze?

Die Strecke weiter nach Kara fuhr Uli bereits vor 23 Jahren mit dem Motorrad auf dem Weg nach Zimbabwe. Damals ging es durch Wälder, hin und wieder durch kleine Dörfer mit grasgedeckten Rundhütten. Er erkennt praktisch gar nichts wieder – keine Wälder mehr, zersiedelte Landschaft mit Subsistenzwirtschaft, Folge der rasanten Bevölkerungsentwicklung prägen das Bild. Brandrodung und Buschfeuer begleiten uns auf der ganzen Strecke. Nur die Engstelle der Straße, Faille d'Aledjo, auf allen Plakaten der Togolesischen Tourismusbehörden zu sehen, war in der Erinnerung präsent.
Die "Faille . . .. . . d'Aledjo

Kurz vor Blitta finden wir einen Stellplatz im Hotel „Boyila“. Dem Hotelbesitzer, deutschsprachiger Kapitän zur See i.R. mit Ausbildung in Bremen, sind Camper willkommen.
Morgennebel in Blitta

Kara erreichen wir am nächsten Mittag. Der von Liesbeth und Cees empfohlene Campingplatz des Hotels „Marie Antoinette“ ist einer der saubersten zwischen Marrakesch und Abuja.
Dann zieht es Uli ins „Le Chateau“. Wie vor 23 Jahren bietet die Speisekarte Leberkäs mit Bratkartoffeln und mehr. Auch heute noch ist dafür der vielbeschäftigte Achim Hees, ein alter Bekannter von Auto-Klaus, zuständig. Inzwischen züchtet Achim Schweine, Kaninchen, Hühner, Truthähne und, man glaubt es kaum, „busch meet“ in Form von Agoutis, übrigens sehr lecker.

Achim himselfÜbernachtung in der Lodge
Pool im LodgeprojektMini-Pool

Das großzügig geplante Tourismusprojekt ist auf Grund der politischen Lage ins Stocken geraten. Herzlich eingeladen dort zu übernachten können wir auch im Mini-Pool mit frischem Quellwasser nach Herzenslust planschen.


Benin

3. Dezember bis 4. Dezember 2014

Von Kara geht es Ostwärts zur Grenze nach Benin. Aus- wie Einreise verlaufen locker. In Parakou übernachten wir im Dachzelt bei der Katholischen Mission. Piotr und Zygmunt gaben uns den Tip. Die beiden sprachen uns in Kara an, völlig überrascht, Reisende im eigenen Auto, unterwegs in Westafrika, zu treffen. Piotr leistet Entwicklungshilfe in Eigenregie, baut medizinische Labore im ländlichen Bereich auf. Zygmunt macht Missionsarbeit und vermittelt uns diese Übernachtungsmöglichkeit.

Primarschule in der Mission

01 Dezember 2013

Togo: Fast drei Wochen in Lomé

8. November bis 28. November 2013 in Lomé

Togos Hauptstadt Lomé liegt direkt an der Grenze zu Ghana. Uli erkennt die Stadt kaum wieder. Die ehemals schmale Küstenstraße ist inzwischen vierspurig ausgebaut.
Lomé: Fahrt zum SeemannsheimLomé: Küstenstraße hinter GhanagrenzeLomé: Fischer an der Küstenstraße

Die Vororte sind mit der Stadt verschmolzen. So auch Avepozo, wo der alte, traditionsreiche Overlanderplatz „Chez Alice“ liegt.
Hier klingt der Tag dann bei Schweizer Röschti, Bier und Gesprächen mit Alice, jetzt 80 Jahre jung, aus.
Vor dem CampAlice 2013
Chez Alice - Lapa und RestaurantChez Alice - Eingang

Unser Camp und Umgebung
Unser Camp: Diesmal unterm Strohdach
Lomé-Avepozo: HolzkohlenverkaufLomé-Avepozo: Imbißstand vorm Camp
Lomé-Avepozo: Weg vom Camp zum StrandLomé-Avepozo: Am Strand
Lomé-Avepozo: Bautätigkeit am StrandLomeAvepozo: Bautätigkeit im Dorf

Jetzt warten wir in Lomé auf grünes Licht für das Angola-Visum. Per DHL-Dokumentenversand schicken wir die Zweitpässe nach Berlin. Die Kongo- und Angolavisa werden dort von einer Visa-Agentur beantragt.
Hier kümmern wir uns auch um die Visa für Benin und Gabun; jeweils am folgenden Tag erhalten wir diese.

Das Auto verlangt nach Zuwendung: Ölwechsel samt neuem Ölfilter, Abschmieren, und Luftfilterreinigen waren nötig. Auf Empfehlung des (französischen) Wirtes des Restaurant „Alt München“ (war gar nicht so schlecht, der Sauerbraten mit Spätzle) landen wir bei der „Garage turbo“ und werden gut bedient zu moderatem Preis.
Zwei Räder tauschen wir gegen die Ersatzräder (jawoll, wir haben das Trumm runter vom und auch wieder aufs Dach gekriegt!): getauscht für eine gleichmäßige Abnutzung.
Vom Schlamm der guineischen Pisten und Salzkruste der Atlantikküste befreit, samt Motor- und Unterbodenwäsche, könnte Barry wieder behaupten: disgustingly clean!
Lomé: Lavage de voiture

Auch wir pflegen uns. Auf Zahnprophylaxe folgt ein Friseurbesuch bei einer von den zwei Fachkräften für „europäisches Haar“ von Lomé.

Auf diesen Wegen entstanden die Bilder einer faszinierenden Stadt:
Lomé: Handel und Wandel vor BaustellenLomé: Spitzendesign aus Togo
Lomé: Moto-TaxisLomé: Weihnachtsstimmung?
Lomé: Foyer des MarinesLomé: Seemannsheimgelände

Obwohl die Tage ausgefüllt sind, zerrt das Warten auf das alles entscheidende Einladungsschreiben aus Angola, beglaubigt von einem Notar und vom Angolanischen Außenministerium abgestempelt, an unseren Nerven.

Jetzt am 28. die erlösende Nachricht: Der vermaledeite Einladungsbrief ist als Super-Scan nach Berlin gegangen!
Die Holländer Liesbeth und Cees, auch auf dem Weg nach Süden, freuen sich mit uns. Die beiden allerdings verschiffen von Lomé nach Cape Town, haben den Schnabel voll von Westafrika, sagen sie.
Zwei Biker, auch auf der selben Route wie wir packen auch. Die beiden wollen bereits am 15. 1. 14 in Cape Town sein. Abends sitzen wir noch einmal alle zusammen und klönen, am nächsten Morgen herzlicher Abschied.

Abschiedsrunde  bei "Chez Alice"