03 Januar 2014

Cameroon, so neat!

14. Dezember bis 28. Dezember 2013

Vorsichtig umfahren wir auf der Piste im Grenzbereich einen liegengebliebenen LKW – Vorboten der bislang gefürchteten Ekok–Mamfe-Piste?

Die Datenerhebung der Kameruner Grenzorgane erfolgt etwas umständlich, Stempel in Paß und Carnet gab es dann sehr flott. Wir suchen einen Geldwechsler und gehen Tee trinken.
Die Strecke von Ekok nach Mamfe hat inzwischen ihren Schrecken verloren: Chinesische Firmen pflegen die Piste, während sie parallel dazu eine breite Asphaltstraße durch den Wald vorwärtstreiben, auf der wir dann auch schon die letzten Kilometer fahren können.
Gilles auf der Ekok-Mamfe-PisteEkok-Mamfe: work in progressOrdnung muß sein

Gilles fährt dann mit uns über Bamenda bis Bafoussam, dann weiter direkt nach Yaoundé, während wir Richtung Mt. Kamerun abbiegen. Wir genießen noch eine Weile die frische Kühle der Berge und das Dahinrollen auf bestem Asphalt.
Außerirdisch . . .

Der endet abrupt, als wir in Loum nach Kumba abbiegen.
HiLux strandet auf Matschpiste
Gerade noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang finden wir eine kleine Presbyterianische Gemeinde. Hätte nicht das Pastorengewand draußen gehangen, hätten wir wahrscheinlich gar nicht angeklopft. Die Pastorin heißt uns willkommen, wir können übernachten.
Für die folgenden 35 km durch Bananen-, Ananas- und Ölpalmenplantagen brauchen wir vier Stunden und anschließend eine Autowäsche. Viele Flußläufe werden als Auto-, Motorrad- und LKW-waschplatz genutzt – verseucht?
Autowäsche, kamerunisch

Wir erreichen den Mt. Kamerun, aber schade: Der Berg hüllt sich völlig in Wolken, wie auch das ganze Land im Dunst liegt. Die Nacht verbringen wir am Atlantik in der Nähe von Limbe, allerdings ohne die klebrige Schwüle von Lomé. Nachts kühlt es erholsame 18 °C ab.
Gilles teilt per SMS mit, daß er in Yaoundé bei den Presbyterianern abgestiegen ist. Wir stoppen zunächst bei TOYOTA in Yaoundé. Unsere Windschutzscheibe hat drei Einschläge durch von einem LKW herabfallende Steine erlitten. „C’est n’est pas grave!“ erläutern Service und Werkstatt unabhängig voneinander, obwohl sie uns für 400,– Euro gerne eine neue Scheibe eingesetzt hätten.
Die Presbyterianische Mission liegt ruhig, mitten in der Stadt, auf einem Hügel; das große Gelände gleicht einer Parklandschaft. Wir campieren schattig auf „lawn“, nehmen die dürftigen Sanitäranlagen in kauf. Zu Fuß sind Geschäfte, Restaurants, Internetcafé und Patisserie (leckerst!) erreichbar – ein idealer Platz für Großstadt-Camping.
Bei den Presbyterianern treffen wir auch Gilles wieder und verabreden lose, Sylvester gemeinsam in Lambaréné zu verbringen.
Camp in Yaoundés CityWiedersehen wird begossen
Yaounde vom Missionsberg gesehenBegegnung auf dem Missionsberg

Voller Spannung fahren wir zur Deutschen Botschaft. Konsul Thomas Scherer händigt uns die Zweitpässe mit den Visa für Republik Kongo (Brazzaville), Demokratische Republik Kongo sowie für Angola aus, die per DHL aus Berlin eingetroffen sind. Sind wir froh!
Konsul Scherer ist übrigens eine Ausnahmeerscheinung im deutschen diplomatischen Dienst: Fernreisenden zugewandt, selbst mit LandCruiser HJ60 nach Mongolei gereist; mit Eigenbau-(!)-Flugzeug von D zum Dienst nach Kamerun geflogen . . .

Wieder einmal können wir im Goetheinstitut ZEIT- und SPIEGEL-Lektüre genießen. Umwuselt von ganz vielen Studenten der deutschen Sprache schicken wir per Internet die Weihnachtspost auf die Reise. Unseren blog führen wir bei Café au Lait (von Espresso!) im Espresso House weiter und sitzen dann abends zur Abwechslung einmal beim Türken – sehr gutes Essen mit Mokka.

Gilles fährt weiter, den Mt. Cameroun (etwas über 4000 m!) zu besteigen, wir an den Strand nach Kribi. Über Edea steigen wir langsam von den relativ kühlen 800 m wieder auf Meeresniveau hinab, wo es trotz kräftiger Brise deutlich wärmer ist.

Weihnachten campen wir im „Tara Plage Hotel“ unter Palmen. Uli mag hier im Strandrestaurant eines Fischers sogar den Baracuda, Karin genießt Crevette à Kribienne – frischer geht es nicht.

Strand beim "Tara Plage"Fischer kämpft mit Brandung. . . geschafft
So wirbt das Strand-Restaurant . . .. . . mit Erfolg

Das Hotel ist voll mit Urlaubern aus Kamerun, vielen NGOs, Geschäftsleuten und ausländischen Touristen – Kribi bietet schließlich den schönsten Strand des Landes. Die Einheimischen beschreiben Kamerun als besonders stabil und vergleichsweise weiter entwickelt als die meisten Nachbarn der Region. Das ist auch unser Eindruck.

Beim Strandspaziergang am 24. spricht uns ein Paar an und lädt uns spontan zu einem Drink zu sich ein. Als wir abends dort ankommen staunen wir nicht schlecht. Aus dem Drink ist eine Flasche Champagner geworden. Wir plauschen angeregt mit dem Marmorhändler und seiner Partnerin, die Aktivistin für die Rechte von Frauen ist. Am nächsten Tag führen uns die beiden noch über den Golfplatz von Kribi, dessen Anlage mit altem Baumbestand in der Tat besonders reizvoll ist; selten bekommt man solche Baumriesen noch in der Regenwaldzone zu Gesicht.

Michel zeigt uns den GolfplatzLetzte Baumriesen. . . auf dem Golfplatz

Nach vier erholsamen Tagen brechen wir Richtung Gabun auf; über 170 km Staubpiste erreichen wir nach acht Stunden Ebolowa und nehmen dort ein Zimmer.

Bester Asphalt führt über 128 km nach Süden, zur Grenze; schnell sind die Formalitäten der Kamerunausreise erledigt. Das gilt auch für die Gabunseite.



Kommentare

norb-p@lzkill.de schrieb:

Hallo Karin und Uli,

es ist immer wieder spannend von euch zu lesen.
Da fällt es schon schwer, so eine Reise nicht gleich jetzt und sofort auch machen zu können.

Herzliche Grüße und beste Wünsche für das neue Jahr... und viel Glück weiterhin!
von Gila und Norbert
aus Berlin

30 Dezember 2013 um 12:03

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