09 Februar 2014

Republik Kongo und Demokratische Republik Kongo

10. Januar bis 15. Januar 2014

Unser Bushcamp in Kongo/Brazzville hinter Kibangou ist ruhig gelegen, allerdings überraschen heftige Schauer in der Nacht.
BushCampLandschaft vor Dolisie. . . vor Dolisie
TropenholzWo kommt denn das noch her – doch nicht von den grünen Hügeln?

Die Strecke bleibt dennoch einigermaßen befahrbar, nur ist der Toyo bis Fensterhöhe rot verschlammt. So erreichen wir nach 280 Pistenkilometern Dolisie.
Eine Espressopause kommt da gerade richtig, das nötige Kleingeld aus der Wand – auch vor der Rep. Kongo macht der Fortschritt nicht halt. Die Kommunikation ist dank günstiger AirTel-SIM Card auch in diesem Land gesichert.
Jetzt geht es auf die Piste nach Kinkala; es bleibt trocken, das ist fahrtechnisch gut, schlecht ist die Sicht: Rasende Vierzigtonner und die Sinotrucks der chinesischen Straßenbauer sorgen für Schrecksekunden, wenn sie aus den undurchdringlichen Staubwolken auftauchen. In Mindouli werden wir mit fünf anderen Wagen zu einem Minikonvoi mit Militärbegleitung zusammengestellt: Sicherheitsdefizite im Grenzbereich der Kongos . . .

In Kinkala beendet Asphalt die Schüttelei der letzten Tage; wir biegen ab nach Boko, erreichen nach 22 km eine nette Lodge. Die Zimmerpreise sind kaum höher als für Camping – wir sparen uns die Zeltaufbauerei – und das Einpacken der durchweichten Zeltbahn am nächsten Morgen, denn es schüttet in der Nacht wie aus Kübeln.

Lodge hinter KinkalaDas Motto der Lodge „Ndama da Lembono“

Am 13. Januar geht es dann auf die härteste Piste zu, die wir auf der ganzen Fahrt hatten, wie sich herausstellen soll; sie ist auch nicht auf der Michelinkarte eingezeichnet. Bis Boko reicht der Asphalt, es folgt ein Mix von sich windender Bergpiste mit starken Steigungen, Auswaschungen und Schlammlöchern, aber auch lange Passagen hervorragender Lateritpiste.
Lateritpiste

Dann steht der Grenzstein „Frontiere Congo Belge“ in der Landschaft – ab jetzt ist die Piste ein holperiges Spurenbündel, wir orientieren uns nach den frischesten und tasten uns vor zum Grenzort Ndangadanga.
Historischer GrenzsteinKongo-PisteKongo – Piste?

Die Pässe werden gestempelt, der Zoll soll erst in Luozi erledigt werden.
Wir kriechen weiter, oft mit Untersetzung navigiert Uli den Toyo über die feuchtglatte Piste, häufig langsamer als Schritttempo, jede Sekunde volle Konzentration. Difflock haben wir nicht gebraucht. Die wunderschönen Ausblicke von dieser spannenden Kammstraße hätten vielmehr Aufmerksamkeit verdient. So verschlägt es uns fast den Atem, als wir überraschend den mächtigen Kongofluß in Dunst und Nieselregen erblicken.

In Luozi angekommen gibt es auch keinen Einreisestempel ins Carnet – der Zollchef ist auf Dienstreise, und Chefs nehmen Stempel, Schlüssel und Passwörter immer mit. Übernachten in einer Katholischen Mission. Am nächsten Morgen geht es zur Fähre. Es ist ein bewegender Moment, am Kongo zu stehen.
KongofaehreAm AnlegerDer Kapitaen
MarktfrauSpiegelverkaeuferBordfotograf

Weiter nach Songololo, wieder bietet eine Katholische Mission einen Stellplatz.
Camp unter Beobachtung

Beim Zoll erfahren wir, daß auch hier der Chef nicht da ist, sollen am nächsten Morgen um 7.00 h vorstellig werden. Das klappt dann auch, am Tag der Ausreise gibt es endlich den Einreisestempel.

Markt in SongololoNach Angola!
Nach Einkauf auf dem Markt holpern wir zur Grenze Kongo/Angola.

Mal wieder ist ein Chef nicht im Dienst. Das wäre grundsätzlich kein Problem, aber dieser Chef der Passkontrolle hat eine Frau in Deutschland, und weil wir dies sicher zu würdigen wüssten und gerne mit ihm plauschen würden, sind wir herzlich eingeladen, im klimatisierten Büro zu warten. Natürlich freuen wir uns entsprechend . . . Die Eiseskälte aus der AC treibt uns allerdings raus unter das gemeine Volk, welches zügig abgefertigt wird.
Schließlich wird der Chef mit mehr als einstündiger Verspätung auf den Hof chauffiert. Er ist nicht zu übersehen, in seinem weißen Nadelstreifenanzug, mit Golduhr und Kettchen im roten Sumpf vor dem Büro. Wir plaudern eine Weile, schauen uns den Herrn auf seinem iPad in Variationen auf dem Oktoberfest in München an und werden schließlich mit den besten Wünschen nach Angola entlassen.




Kommentare

ch förster schrieb:

hi - "gott sei dank" - kongo, wenn auch schön grün, liegt hinter euch! gute reise weiterhin - in gedanken stets bei euch chris

24 Januar 2014 um 05:13
norbertbln schrieb:

du meine güte...
dann doch lieber die derzeitige kälte in berin als diese feucht-warme matsche...

naja, man kann eben nicht alles haben und ohne solche unannehmlichkeiten auch nicht eure grandiosen eindrücke.

weiter viel glück auf eurer tour!
viele grüße aus berlin
norbert

25 Januar 2014 um 09:58
Helga Ingrid Meyer-Rath schrieb:

Hallo Karin und Uli,
erst durch euren Weihnachtsgruß per e-mail bin ich in euren Reisebericht eingestiegen und verfolge ihn seitdem mit größtem Interesse.So pausenlos gefahren, scheint mir, seid ihr auf euren früheren Touren nicht - hoffentlich gelangt ihr auch mal wieder an einen Fleck, der des Verbleibens würdig ist, und nicht nur infolge von Malaria. Immerhin entkommt ihr so den hiesigen -14 Grad, die uns dazu veranlassen, euch bis auf die Kanarischen Inseln - also fast schon Afrika - Mitte Februar entgegenzukommen.

Weiterhin viel Warmes, Buntes und immer besser Gepflastertes wünscht euch

Helga Ingrid

27 Januar 2014 um 09:30

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