10 Februar 2014

In Angola: Sprachlos!

15. Januar bis 20. Januar 2014

Business as usual – nicht mehr in Lehmhütten, sondern in neuen modernen Abfertigungsgebäuden; keine Schlepper und Straßenhändler in Sicht.

Nach fast 900 km Piste erwartet uns nun ein glattes Asphaltband, das sich fast italienisch durch die Berge schwingt. Die kleinen Ortschaften wirken wie tot im Vergleich zum quirligen Leben in West- und Zentralafrika an den Straßen.
Dafür spricht der erste ATM, den wir in Mbanza-Congo anlaufen deutsch mit Karin, und an modernen Tanktempeln gibt es den besten Espresso seit Spanien, wenn auch zu Ku’damm-Preisen. Natürlich regnet es bald wieder in Strömen, der Gewittersturm peitscht das Wasser vor sich her, aber hier auf dem Asphalt freuen wir uns über die kostenlose Autowäsche. Bei dem Wetter fahren wir glatt durch bis Nzeto am Atlantik.
Der erste weiße Mensch, den wir nach Unterkunft fragen, stellt sich als polnischer Missionar vor, und so stehen wir mal wieder bei einer katholoschen Mission. Erinnerungen an Manama in Zimbabwe werden wach: Baobabs, Jakaranda, Blue Waxbills und trockener Sandboden.
Baobab in Nzeto Mission
So bleiben wir zwei Nächte bei dem freundlichen Priester, zwei erholsame Tage für Frau, Mann und Maschine.

Während Shoprite und Co., ATMs und Tankstellen in den wenigen großen Ortschaften sehr modern daherkommen, werden auf dem Lande weiterhin Bushmeat wie kleine Antilopen, große Nager und auch Affen feilgeboten.
BushMeat in der Provinz ZaireBushMeat

Es herrscht bittere Armut. Zumindest ein Teil des Ölreichtums fließt in den Bau von Wasserpumpen und gedeckten Brunnen für die ländliche Bevölkerung.
BrunnenSolarstrom für Mobilkommunikation
Kontrast zwischen Hütte und HighTech

Auch leuchten immer wieder die lebhaften Farben von Hausbauprojekten in der Landschaft.
Housingprogramme. . . in Variation

Am dritten Fahrtag begleiten uns schwere Gewitter zum Nachmittag, so daß wir in einer Pensao Zuflucht suchen. Der Regen tropft durch die Decke: wir stellen das Bett um. Die verschmutzten Handtücher werden erst auf Nachfrage durch frische ersetzt, auch eigene Bettdecken sind angesagt. Die Würmer in der Dusche werden entsorgt, nun fliest auch das Wasser ab. So eine Nacht kostet in Angola 40 $ US.
Das kalte Bier entschädigt für vieles, und wir schauen auf die riesigen Pfützen, die sich draußen bilden.
Abends in Alta HamaAlta Hama: die Abendszene

In der folgenden Bergregion zwischen Alto Hama und Benguela entdecken wir wieder Marktstände mit leckerem Obst und Gemüse an der Straße.
Hochfläche 1800 mMarktstand im Hochland

Benguelas Innenstadt wirkt auf uns sehr portugiesisch mit vielen Bars und Restaurants, die alle gut besucht sind – es ist Sonntag; man flaniert.
Unser kleines Hotel, ein Tip von Barry aus RSA, bietet allen Komfort mit opulentem Frühstücksbuffet in ungewohnt angenehmen Ambiente, internationaler Standard sagt man wohl, und auch WiFi, wenn nicht der portugiesische Patron das Password mit nach Hause genommen hätte! Für Angola sehr günstige 110 $ US sind uns das wert.

Nicht weit von der Grenze zu Namibia stauben wir dann noch einmal durch 40 km chinesischen Straßenbau, wie schon so oft in ganz West- und Zentralafrika.
Staubige Umleitung
Überhaupt hatten wir den Eindruck halb Angola sei an China verkauft worden – man sehen uns diese saloppe Interpretation nach.

Viel schneller als geplant durcheilten wir das Land, das uns nicht nur wegen des Portugiesischen sprachlos läßt – but the scenery is great.

Business as usual – wieder Abfertigungsgebäude . . . Até à próxima, Angola!


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