05 Mai 2014

Nach Zimbabwe, über RSA, Botswana zurück nach Windhoek

6. März bis 13. März 2014

Das Vogelparadies Chobe verlassen wir mit Brita und Klaus zusammen nach Zimbabwe: Brita und Klaus wegen ihres Carnets, wir, um Ntando mit ihrer Familie in Bulawayo zu besuchen.
Wenige Kilometer hinter der Grenze erwischt uns die Willkür der Zimbabwischen Polizei. 20 $ US für die ausgefallene Nummerschildbeleuchtung an Klaus und Britas Kia sowie 10 $ US für die Sprünge in der Windschutzscheibe unseres Toyota. Sonst konzentrieren sich die weiteren Roadblocks auf Kleintransporter und Busse, deren Fahrer oft schon „Handgeld“ bereithalten.

Mal wieder bei strömenden Regen biegen wir hinter Hwange in den gleichnamigen Nationalpark ab, um das Sinamantella Camp zu erreichen.
Regenfahrt!
Wir sind dort tatsächlich die einzige Gäste! Der desolate Zustand des Camps spricht für sich; für die Bereitung heißen Duschwassers muß der Attendant uns um Streichhölzer bitten. Nette Geste der Rezeption: Für den nächtlichen Besuch der Sanitärs bekommen wir wegen Stromausfalls eine Kerze.
Andere Gäste übernachten jetzt hauptsächlich in privat geführten Lodges außerhalb des Parks.
Der Zugang zu vielen Wasserlöchern ist gesperrt, und von den Erreichbaren sind nur noch wenige in gutem Zustand.

WasserpumpePhoto Voltaiczerstört
Die vorhandene Solaranlage wird nicht gewartet, gepumpt wird mit teurem Diesel

Tiere beobachten wir kaum, sie sind auffällig schreckhaft und scheu: Wer denkt dabei an Böses?
Flußpferde

Main CampMainroad
Das Maincamp sieht noch aus wie früher, aber auf dem Campsite sind die einzigen weiteren Gäste Overlander aus Südafrika, die Chalets blieben leer. Der Hauptweg im Park ist nur noch teilweise befahrbar.

Lupane liegt zwischen Hwange und Byo
Auf dem Weg nach Bulawayo: Lupane, wie 1990.

Mit sehr gemischten Gefühlen erreichen wir die Stadt. Fünfundzwanzig Jahre Stagnation haben sie kaum verändert; auffällig nur die große Zahl an Straßenhändlern und informellen Märkten.
StraßenhändlerFußwegeWegweiser

National Art GalleryWorkshop in der GalleryRon mit von ihm restaurierter Harley
Dennoch, es gibt eine lebendige Kulturszene; und unser alter Freund Ron, 1990 bei einem Treffen der Christian Motorcyclists Association of Zimbabwe kennengelernt, konnte seine jüngst restaurierte Harley Davidson präsentieren.

Bei Ntando werden wir wieder wie alte Freunde aufgenommen. Ihrer Familie geht es gut; beide haben Arbeit, die Kinder besuchen Oberschulen und werden studieren können. Sie und ihr Mann Dumani betreiben im Nebenerwerb Hühnerzucht, auch Mais- und Gemüseanbau.
Ntando, Familie und BesuchMaisfeld und Eingang zum HofHaus und Cottage hinterm Rape-Anbau

Einerseits sind die Preise für Lebensmittel sehr hoch, weil fast alles aus Südafrika importiert werden muß. Andererseits möchte Ntando ihrer Familie gesundes Essen aus frischen Zutaten bereiten.

Die meisten Farmen liegen unproduktiv brach – ein bedrückendes Bild. Bezahlt wird vorzugsweise mit US-Dollar; Yen, Rand, Euro, Brit. Pfund, Pula werden aber auch akzeptiert. Eine eigene Währung gibt es nicht mehr.

Nach ganz herzlichem Abschied brechen wir auf nach Manama. Auf der ganzen Strecke begegnet uns nicht ein einziger Bus. In weiten Bereichen ist public transport ein Fremdwort. Das Manama Business Centre wirkt eher tot. Die Schule ist in die Jahre gekommen, aber nach wie vor ein lebendiger Ort. Von den alten Kollegen ist nur noch der damalige stellvertretende Schulleiter, heutige Direktor, geblieben; viele sind bereits verstorben, einige in Funktionsstellen an anderen Schulen.

Manama High SchoolErinnerungen: Bio departmentCampus nach Regen
Headmaster T. MuleyaIm neuen Cultural CentreEr darf nicht fehlen.

Tuli River
Die Regenzeit fällt auch hier heftig aus, der Tuli läuft. Endlich gäbe es auch hier einmal Wasser im überfluß, wenn da nicht schon im Januar die Leitungen weggeschwommen wären. Die Reparatur wird erst nach der Regenzeit möglich sein.

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In Beitbridge fahren wir über die zimbabwische Limpopobrücke nach Südafrika hinein. Der sich träge dahinwälzende Fluß sieht eher aus wie ein See! In Musina überrascht uns die Nachricht, daß die Grenzübergänge nach Botswana geschlossen sind. Der Limpopo überschwemmt Felder und Brücken. Zwischen Botswana und Süafrika gibt es keine so große Brücke wie die zimbabwische, und der Scheitel der Flutwelle wird erst in wenigen Tagen erwartet.

Überflutete Parkplätze am LimpopoGesperrter Grenzübergang. . . warten auf Rückgang des Wassers

Erst in Dordepoort, auf der Höhe von Gaborone, können wir über den Fluß nach Botswana und nehmen den Trans Kalahari Highway über Ghanzi zurück nach Windhoek.

Trans Kalahari HighwayGruene KalahariGewitterstimmung auf TKH
Die Kalahari grünt und blüht, Schmetterlinge überall. Und wieder Gewitter, mit Regen wie aus Kübeln.

Beim Übernachten in Gobabis erleben wir hautnah, wie nach Wasser gebohrt wird, sozusagen direkt neben unserem Stellplatz. Aus 140 m Tiefe sprudelt bestes Trinkwasser herauf.
Bohrungtiefer . . .noch tiefer . . .
fündig in über 140 m Tiefe!Wohlverdiente Mahlzeit

Trotz unseres vom Hochwasser erzwungenen Umweges erreichen wir Windhoek rechtzeitig, und schließen Schwester und Schwager aus Frankfurt, Gudrun und Volker, glücklich in die Arme.


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