28 Februar 2008

Indien - Von Goa in die Western Ghats

Agonda bis Baba Budan Hills
(12. 02.2008-13. 02. 2008)


Die letzten Tage in Agonda durchzieht Wehmut. Einer nach dem anderen verlassen die Overlander den Platz, die einen weiter nach Suedostasien, die anderen schon auf dem Rueckweg ueber Delhi nach Pakistan und Iran. So gibt es viele Abschiede, auch von den lokalen Bekannten.
Das Meer zeigt sich nach den sehr stuermischen Tagen von seiner ruhigen Seite, so dass ein letztes Mal Schwimmen vor der Abfahrt erfrischt.




Dann geht es nach fuenf Wochen wieder auf die Reise in die Western Ghats Richtung Suedosten. Die Grenze zwischen den Bundesstaaten Goa und Karnataka wird durch einen Schlagbaum und Militaerpolizisten gekennzeichnet, die uns aber freundlich durchwinken.
Bald biegen wir nach Suedosten ab - schon geht es auf einer nur noch einspurigen Strasse hinauf in die Berge. In den dichten Waeldern rufen Voegel laut und klar, halten sich aber sehr versteckt.

Die Jog Falls liegen etwa 700 m hoch, das Klima ist warm und angenehm trocken. Beim Besuch der Faelle umringen uns Schulkinder aus dem Norden von Karnataka, die auf einer mehrtaegigen Exkursion sind.



Bis auf 1400 m windet sich die Bergstrasse durch die Kaffeeplantagen und Waelder der Baba Budan Hills, wo es endlich guten, mit Gewuerzen verfeinerten, echten Kaffee gibt - bislang war Teeland und Instantkaffee angesagt. Lediglich die Orientierung gestaltet sich manchmal etwas schwierig.

Die letzten Meter auf den Mt. Mulainagiri (1900 m) geht es auf Stufen zum Gipfel mit Tempel, vor dessen Tor die Schuhe wie ueblich zurueckgelassen werden muessen.




Chikmagalore, eine kleine Stadt am Fusse des Berges bietet modernste Shops zwischen den indischen Kraemern. Hier weist uns eine nette Baeckerin den Weg zu einem Laden, wo wir tatsaechlich Original-Zippo-Feuerzeugbenzin zum Vorheizen des Kochers bekommen - Vorheizen mit gereinigtem Benzin treibt dem Tankstellensprit das Russen aus.


Tempel - Palaeste - Dschungel
(14. 02. 2008-21. 02. 2008)


Belur mit einer der wichtigsten Hoysala-Tempelanlagen ist das naechste Ziel. Ein quirliges aber nicht hektisches Staedtchen, wo wir abends, nachdem einer der typischen lokalen Stromausfaelle vorbei ist, einen Spaziergang in der Temple Road machen. Der Duft von frischem fuehrt zu einer kleinen Roesterei, wo wir den hier angebauten Chikmagalore-Kaffee kaufen koennen.


In der Tempelanlage findet gerade eine ceremony statt, die von Trommeln, Saxofonen (!) und Glockenklang begleitet wird, deren Schalldruck die auslaendischen Touristen zusammenzucken laesst - hochst eindrucksvoll.

Weiter Richtung Sravananbelagola - in der Abendsonne sehen wir schon von weitem einen riesigen Granitfelsen aus der Ebene ragen, der uns an die whale backs von Gwanda erinnert.
Ueber sechshundert Stufen geht es nun hinauf zu einem Heiligtum der Jainkultur, einer siebzehn Meter hohen Granitstatue - gehauen aus einem Stueck!



Die in Srirangapatna kurz vor Mysore geplante Pause am Fluss fuehrt mitten in eine religioese Zeremonie, deren Zentrum ein reichgeschmueckter, grosser Ochse bildet.




So findet die Pause dann erst in Mysore beim beruehmten Maharadscha-Palast statt.

Innen herrscht mal wieder Fotografierverbot, das uns letzthin nur wegen der Motive, die die Indischen Touristen bieten, leid tut, die zu hunderten durch den Palast stroemen. Kleine Maedchen und Frauen sind mit unzaehligen Armbaendern und Fusskettchen geschmueckt, deren leises Klingeln ueberall durch die Gespraeche dringt.

Suedlich von Mysore liegen der Bandipur-Nationalpark (noch in Karnataka), gefolgt vom Mudumalai-Nationalpark (schon im Bundesstaat Tamil Nadu) mit Landschaften, die foermlich nach Elefanten und Antilopen riechen. In dieser Gegend campen wir die naechsten Tage auf einer Wiese direkt vor den Bergen - Jungle Retreat, so heisst die Lodge.


Axishirsche wandern durch das Gelaende und sogar wilde Elefanten sind in der Naehe zu sehen. Nachts kuehlt es auf 13 C Grad ab; wir sitzen trotzdem bei Vollmond draussen - zu schoen ist dieser Platz! Tagsueber wird es wieder warm, und der Pool laedt ein.



". . . wo der Pfeffer waechst!"
(22. 02. 2008-29(!). 02. 2008)


Nach Ooty hinauf (2200 m), eine der drei Hillstations in Suedindien, geht es ueber eine Traumstrasse mit 36 Haarnadelkurven - die Strecke ist fuer Lkw gesperrt. Wir trafen 70 Motorradfahrer aus UK, unterwegs mit "Royal Enfield Bullet" auf einer charity tour, schon ganz besoffen von den vielen Kurven.



Eine kurze Kaffeepause bei 17 C Grad im Schatten, dann hinab in die Ebene mit den endlosen Industrieanlagen um Coimbatore: Nie sahen wir so beaengstigend grosse Menschenansammlungen ueber eine 60 km lange Strecke - Warten auf Transport, von der Arbeit, zur Arbeit, shoppen, was guckst du . . .
Gluecklich erreichen wir die StadtPollachi, ein Hotel mit einer schwer beeindruckenden Heisswasserbereitungsanlage beherbergt und bekoestigt uns.


Der Aufstieg zur naechsten Hillstation ist gepraegt durch Gewuerzanbau - jetzt sind wir endlich da, wo der Pfeffer waechst - und nicht nur der:



Kardamom, Zimt, Muskat, Nelken und Ingwer. Wir uebernachten in einer Gaestefarm mit oekologischem Konzept. Und natuerlich begegnen wir auch hier Indischen Touristen, die Urlaub oder Wochenenden gediegen verbringen moechten: In der Regel gutausgebildete und wohlbestallte Leute, die uns von ihren Erfahrungen und auch Problemen mit z B. dem Essen in Frankfurt, New York und Tokio berichten . . .

Mit hupenden Bussen und Jeeps schieben wir uns die letzten Kilometer nach Kodaikanal hinauf (2200 m); es ist wieder einmal Wochenende.
Im Greenland's, JH genannt, aber eigentlich eine relativ preiswerte Lodge, kommen wir unter: sehr ruhig gelegen, mit begeisternder Lage am Rande des Kliffs. Die Aussicht in die 1700 m tiefer liegende Ebene ist kaum zu beschreiben, nachts blicken wir wie aus dem Flieger in ein Lichtermeer.


Geraumig ist das Zimmer, vom offenen Kamin kuschelig gewaermt (nachts 8 C Grad, tagsueber aber auch nur 17 C Grad im Schatten), morgens Fruehstueck auf der Veranda - wir moegen den Charme des etwas abgeschabten britischen Kolonialstils. Jakaranda, Flaschenbuerstenbaume, Bougainvillea, riesige Engelstrompeten, Hibiskus, Rosen und Morning Glory bluehen, Calla, Hortensien, Fuchsien, Loewenzahn, Azaleen, Clivien, Weihnachtssterne neben Birnbaeumen und Kornrade, um nur einige aufzuzaehlen . . .
In Kodai gibt es nicht nur Gewuerze. Als Spezialitaet werden hausgemachte Schokoladen und Marsh Mellows angeboten. Im "Eco Nut" bekommen wir Cashewbutter, Orangenmarmelade, Brot aus oekologischem Anbau und leckere Muffins. Ausserdem gibt es wie fast ueberall frische Milch, leckeren Joghurt und Butter.
So versorgt ist es ein Vergnuegen, die Weiterreise zu den Back Waters in Kerala und zurueck nach Delhi zu planen - daran kann auch Ulis Magenverstimmung nicht viel aendern!

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