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17 November 2007

Nepal - Kathmandu bis Pame again

Kathmandu (5. 11. – 12. 11. 2007)

In Jadi Buti, einem suedoestlichen Vorort von KTM stehen wir zunaechst bei einer Nepali-Familie im Garten, deren Oberhaupt Buti eine bekannte Overlaender-Werkstatt betreibt. Leider laesst sich unser CD-Spieler nicht auf die Schnelle reparieren; das Ersatzteil ist wegen des Tihar-Festival nicht zu bekommen.
Wir beantragen die Indien-Visa und nutzen die 5 Tage Wartezeit: Ausflug zu den Tempeln und Museen von Patan, Stippvisite im Godarawi mit Botanischem Garten und extra fuer Uli eine Offroadtour auf den Pulchowki Mt. (2700 m); der Gipfel ist vom Militaer besetzt und nicht erreichbar, fuer uns ist bei 2650 m Schluss.

Das war leider das beeindruckendste Objekt im Botanischen Garten ...

Nach dem Abstieg uebernachten wir in Godawari - einzige Gaeste im Hotel mit angeschlossener Hotelfachschule: Zustand und Service hatten entsprechenden Standard.
Ueber das Leletal fahren wir zurueck nach KTM. In der Stadt haben wir das Gefuehl, vorgezogene Weihnachten und Sylvester gleichzeitig zu erleben.



Das Lichterfest Tihar wird mit bunten Lichterketten an Haeusern und Baeumen gefeiert, mit Butteroellaempchen und Mustern aus gefaerbten Reis vor den Hauseingaengen. Es herrscht Partystimmung auf den Strassen, nichts geht mehr im Centrum Thamel und Umgebung, die Chinaboeller krachen. Auch Hunde und Kuehe werden mit Tikka versehen.

Der Spitz von Buti

Nach drei Tagen kehrt dann wieder Ruhe ein.





Mit dem Indien-Visum im Pass fahren wir wieder nach Jadi Buti, wo wir bei unserer Gastfamilie ein Festessen bekommen (wir steuern den Rotwein bei) und bis in den spaeten Abend kloenen.
Nach Grosseinkauf im von NGOs bevorzugten Namaste Supermarkt, DED- und GTZ-Autos stehen auch davor, sind wir endlich wieder auf der Strasse, raus aus der Stadt, und kommen gluecklich abends wieder beim Overlaender-Camping in Pame an.
Dipak stellt uns seinen Computer zur Verfuegung und traegt somit dazu bei, dass wir einen Haufen Arbeit erledigen koennen - mit Blick ueber die nun abgeernteten Reisfelder - und ihr in den Genuss kommt, unsere schoenen Reiseberichte lesen zu koennen!
Und bald fahren wir weiter ...

17 November 2007

Nepal - Pokhara bis Daman

Pokhara/Pame Bazaar (19. 10. – 29. 10. 2007)

In Pame, einem kleinen Dorf, 6 km von der Touristenhochburg Pokhara am Fewa See, finden wir den ersten echten Overlander Campingplatz, umgeben von Reisfeldern.




Auf dem Platz steht bereits ein Unimog aus NL. Begruesst werden wir zunaechst von vier Hunden: 1 Alaska Malamut, 1 Ibizenko, 1 Schaeferhundmix-Baby, 1 Spitz-Baby. Nur letzterer gehoert zum Campingplatz. Mit dem Hollaendischen Paar, dem die anderen Hunde gehoeren, lernen wir auch deren weisse Ratte kennen.
Hier in Pame ist erst einmal richtig Urlaub angesagt, trotz naechtlicher Regenfaelle und dicker Nebelschwaden: der Monsun haelt dieses Jahr sechs Wochen laenger an. Gespraeche mit unseren Nachbarn und der netten Gastfamilie, Waschen, Lesen, endlich in Ruhe Voegel bestimmen fuellen die Tage aus.
Dipak, zustaendig fuer den Campsite, und seine Freunde laden uns zu einem “short walk” mit Uebernachtung ein. Die kleine Wanderung stellt sich als Besteigung des Empire State Building heraus: Erstens ist der Berg mit Annapurna-Blick nicht 1500 sondern 2600 m hoch (kleines Missverstaendnis!) und zweitens geht fast in der Falllinie auf Treppen (!) hinauf!





Wir sind voellig erschoepft, als wir den Uebernachtungsplatz auf 2400 m erreichen, und vom Annapurna keine Spur – Nebel. Am Lagerfeuer hellen der Vollmond, Raksy (mit warmem Wasser verduennter Hirseschnaps), Gras, leckeres Essen und Bier die Stimmung schnell wieder auf.



Nicht nur wir sind den Berg hinaufgeschnauft ...



Erst am naechsten Tag auf dem Rueckweg koennen wir trotz der Blutegel und Naesse Landschaft, Terrassenfelder und Doerfer geniessen. Auch unsere jungen Nepalischen Begleiter klagen noch drei Tage ueber heftigen Muskelkater.


Royal Chitwan National Park (31. 10. – 3. 11. 2007)

Vor den Toren des Parks in Sauraha koennen wir beim Hotel Hermitage direkt am Flussufer campen.



Die Bilderbuchsonnenuntergaenge ueber dem Fluss (ja, ja, Postkarte!) und die lauen Spaetherbstnaechte mit ihren Gluehwuermchen tun uns gut. Eine Kanufahrt mit anschliessender Vogelbeobachtung (und Flucht vor einem Rhino!) bis zum Einbruch der Nacht, Elefantenbaden in der Mittagssonne, Elefantensafari durch den Jungle – so laesst es sich gut aushalten - zwischendurch Erfrischungen mit Lassi, einem Joghurtmixgetraenk.





Karins Highlight: Teilnahme an der turnusgemaessen, sechsstuendigen Vogelbestandsaufnahme mit den Profis der Bird Education Society of Nepal. Zum Abschluss unseres Besuches zelebriert unser birdwatching guide ein traditionelles Essen der Taru (Ethnie im Terai) – gegessen wird mit den Fingern: Kochbananen, Bananenblueten, Senfblaetter, Gemuesecurry, Huhn, Bohnen, natuerlich Reis und Linsen.
Dazu darf Raksy, diesmal von Reis, nicht fehlen.



Daman (4. 11. 2007)

Wegen der Indien-Visa machen wir uns erneut auf nach Kathmandu – auf der weniger von Touristen besuchten Strecke ueber Hetauda und Daman. Wir klettern auf einer schmalen Bergstrasse mit engen Serpentinen nach Daman auf 2300 m hinauf: Schnitt 20 km/h.
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Wieder fuehlen wir uns in die Hochalpen versetzt, und so kalt ist es hier auch schon um 16.30 h. Wir frieren bei 12 Grad C nach den angenehmen 25 Grad C im Terai.

Ein einfaches Guestehaus hat ein winziges, sauberes Zimmer (umgerechnet 2,30 Euro) fuer uns. Die Familie kuemmert sich ruehrend um alle einheimischen Gaeste und uns, das Essen wird frisch zubereitet und ist wie gewohnt scharf und lecker. Dass hier manchmal Hunde und Ziegen ueber Tisch und Baenke gehen stoert hier niemand.


17 November 2007

Nepal - Kathmandu bis Bandipur

Kathmandu (15. 10. - 16. 10. und 5. 11. – 13. 11. 2007)

Der Verkehr der Hauptstadt kann uns schon nicht mehr schrecken. Wir fahren einfach hinein in das Zentrum Thamel (die Strassen sind in der Tat sehr eng, mit den Sandblechen wischen wir durch die Pashmina-Schal-Auslagen) und finden dort ein Hotel mit Parkmoeglichkeit.
Das Auto wird bei TOYOTA einer Inspktion unterzogen, neues Oel, Fett und Filter muessen sein; und auch der Landrover von Armin findet seine Werkstatt.
Die wohl sortierten Buchhandlungen bieten der Ornithomanin endlich Vogelbestimmungsbuecher bis hin zum wiss. Standardwerk, und uns gehen die Augen ueber angesichts des Angebots an westlichen Konsumguetern. Sogar zum Friseur trauen wir uns endlich. Dagegen leiden Augen und Hals wegen der extremen Luftverschmutzung – Einheimische greifen gern zum Mundschutz.




Bei Pashupatinat, einem der wichtigsten Hindutempel, finden oeffentliche Kremierungen statt, und die Zuckerwatteverkaeufer neben den Verbrennungsstaetten muten anfangs noch seltsam an, aber bald gewoehnen wir uns daran, dass Tod und Leben auch oeffentlich so eng beieinander liegen … und Tempel ganz praktisch genutzt werden: Die Stufen als Regal fuer Waren jeder Art, die Holzverzierungen als Aufhaenger fuer Waren und z. B. fuer Werbung, gerade in Zeiten der religioesen Feste, jetzt gerade Dasain und Tihar (bitte googeln), die genau wie bei uns eine stark kommerzielle Seite haben. Beide Feste gehen ineinander ueber und bescheren dem Land eine Art Burgfrieden zwischen den widerstreitenden Parteien, den Maos und den Koenigstreuen, so dass weder Streiks noch Barrikaden oder aehnliches das oeffentliche Leben erschweren.


Bandipur (17. – 18. 10. 2007)

Wegen des Dasain-Festes brauchen wir gut vier Stunden Stop-and-Go, um den Grossraum Kathmandu zu verlassen, und auch dann fahren wir Kolonne mit Bussen voller Reisender, die zu ihren Familien auf das Land wollen. Also beschliessen wir, eine Uebernachtung in Bandipur, einem der besterhaltenen, wunderschoen gelegenen Newari-Doerfer einzulegen. Das Auto muss draussen bleiben.
In dem als ruhig und beschaulich beschriebenen Ort herrscht gespannt, freudige Unruhe, und wir erfahren, dass am naechsten Tag das wichtigste religioese Fest des Jahres stattfinden wird, naemlich die Opferung von maennlichen Tieren als Teil des Dasain-Festes und ein Festzug mit religioeser Reliquie.





Obwohl die Atmosphaere eher geschaeftsmaessig bleibt, sparen wir uns die eigentliche Opferszene, uns reicht der Anblick Hunderter Menschen in Festtagskleidung mit Haehnen unter dem Arm oder Ziegenboecken an der Leine, die spaeter mit gekoepften Tieren zurueckkommen. Das Ritual um gesegnete Fleischstuecke kaempfender Maenner macht uns mit seiner ungezuegelten Aggression eher Angst – danach freuen wir uns, dass ruhige Feierstimmung eintritt.

17 November 2007

Nepal - Grenze Tibet bis Bouddha

Von der Friendship Bridge zum Borderlands Resort
(5. 10. – 7. 10. 2007)


Nach dem Abschied von Tibet fahren wir uns bei bestem Wetter die letzten 8 km bis zur Friendship Bridge ueber den Bothe Kosi, der Grenze von Nepal hinunter. Dort trefffen sich der Rechtsverkehr aus China und der Linksverkehr aus Nepal zu einem hupenden Verkehrschaos, da auf der Bruecke (!) jeder die jeweils andere Seite zu erreichen trachtet, und auf dieser Bruecke sind auch Kuehe, Hunde und Fussgaenger unterwegs.
Schliesslich ist der Nepal-Grenzposten erreicht, wo wir die schnellste, problemloseste Abfertigung seit Verlassen der EU durchlaufen: Visastempel, Carnet mit unserer Hilfe ausfuellen, kurzer Versuch die Motornummer zu finden – das war schwierig, man begnuegt sich mit der Chassis-Nummer – fertig.
Einer der Beamten fuehrt uns noch zu einer Garkueche, wo wir Geld tauschen koennen, da die Bank geschlossen ist.

Dann sind wir aus dem Gewuehl hinaus und nehmen jetzt erst ganz bewusst den enormen Klimawechsel von kalt/trocken nach heiss/feucht wahr. Voll schwitzender Begeisterung bestaunen wir die subtropische Vegetation auf der Suedseite des Himalayas und bleiben kaum 20 km hinter der Grenze fuer drei Tage bei Borderlands haengen.
Wir campen direkt ueber dem tosenden Bothe Kosi, beim Duschen scheint uns die Sonne auf den Bauch – ganz wie im suedlichen Afrika. Die nepalische Crew weiss auch sonst, was der langnasige Tourist gern moechte – Pancakes mit Sirup, Fruechte, Kaffee(!), Muesli – besonders nach Tibet, mit Nudeln und Momos morgens mittags abends. Neben den riesigen Schmetterlingen, Zikaden und der – noch – unbekannten Vogelwelt machen wir abends auch erste Bekanntschaft mit den typischen Bewohnern nasser nepalischer Grasflaechen: die ersten Blutegel haengen am Fuss: an welchem? An Ulis, natuerlich.
Die Resortcrew klaert uns auch darueber auf, dass die Nagelbretter links und rechts der Strasse (Nigeria laesst gruessen), ganz offizielle Geldsammelstellen der oertlichen Schulen kennzeichnen . . . nix Maoisten – no fear!
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