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22 Mai 2008

Türkei und Osteuropa, Baskenland & Lappland

Durch Kurdistan reisten wir weiter zu "unserem" Strand, der wohl bald etwas bevölkerter erscheinen wird: im Reiseteil der "Zeit" wurde er als Geheimtip gehandelt …

Camp am Van SeeOsttürkei: Camp am Van See
Wo? Nee, wird nicht verraten!


Die neuen EU-Länder im Osten waren für uns noch Neuland, nur im Transit durchfahren machten die ersten Eindrücke Lust auf mehr.


Das Neue Bulgarien
Frei Campen war immer möglich


Rumänien: Sibiu/Hermannstadt


Ungarn
Internetcafés mußten wir nicht lange suchen!
Vorsaison am Balaton
… und ein letztes mal artgerechte Haltung!


Im Land unserer südlichen Nachbarn …
Verwöhnt mit Kaiserschmarrn und Almdudler

Erst mal nach Neuendorf/Berlin!


22 Mai 2008

Iran: In jeder Hinsicht anders?

Kerman, Wüste Kaluts und Yazd
(29. 4.-4. 5. 2008)


Der Iran erschreckt uns nur einmal: Die Grenzbeamten und Polizisten verstehen keinerlei Englisch und erkennen auch zunaechst nicht, dass wir ein Touristenvisum und nicht nur ein Transitvisum mit vorgeschriebener Route haben. Ehe wir uns versehen haben wir bereits einen jungen, unsicher wirkenden Soldaten hinten auf den Kisten sitzen, der uns zum naechsten Polizeiposten dirigiert. Von dort an werden wir bis hinter Bam (ca. 400 km) eskortiert. Die bewaffneten Mannschaften wechseln alle ein bis zwei Stunden - sehr anstrengend für uns, da wir nie wissen, wie lange wir und warum irgendwo warten müssen. Uns vergeht die Lust auf Fotostops und Besichtigungen.
Aus iranischer Sicht ist die Eskorte verstaendlich: Das iranische Baluchistan wird weitgehend von war lords, Drogen- und Waffenhaendlern sowie Dieselschmugglern kontrolliert. Ungezaehlte Flüchtlinge aus Afghanistan stellen eine zusaetzliche Belastung dar. Iran möchte genau wie Pakistan die Sicherheit der Touristen garantieren.

Endlich frei erreichen wir Kerman. Die ersten Mauersegler begrüssen uns, und die Stadt zeigt uns bald eine ganz andere Facette Irans: Breite Boulevards, aufgeschlossene, englisch sprechende Menschen, schnelle Internetcafes, alte Basare, Teehaeuser, moderne Museen, wohlgefüllte Laeden mit westlichen Konsumgütern. Eine angenehme Mischung trotz des Kopftuchgebots und der vielen 'schwarzen Zelte' im Stadtbild.
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Auch überraschend: kaum mal ein Muezzin zu hören - im starken Kontrast zu Pakistan.

Auf den Tip von zwei Tourguides fahren wir hinaus zur Wüste Kaluts. Im Desertcamp übernachten auch 60 StudentInnen des Touristikstudiums mit ihrem Professor aus Teheran und sechs junge Fotografie-StudentInnen, die privat unterwegs sind - für uns eine wunderbare Erfahrung: Wir werden eingeladen und interviewt, können uns austauschen und ungehindert bis spaet in die Nacht diskutieren. Neben einer gewissen Resignation wird besonders der Wille zur Veraenderung deutlich.
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Stopover in Yazd

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Unterschiedliche Türklopfer für Mann und Frau

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Hamam in Yazd - umgebaut zum Teehaus

Isfahan laedt geradezu zum Bummeln ein - eine langvermisste Erfahrung, auf Bürgersteien schlendern zu können. Baumbestandene Alleen, Parkanlagen, Uferpromenaden mit mediterranem Flair - und natürlich Geschichte und Kultur satt.
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An den Wochenenden wird die grosse Höhle von Ali Sadre von hunderten Touristen besucht, meist im Familienverband, Camping im mitgebrachten Zelt ist hier durchaus üblich. Die Andenkenlaeden bieten hier wie überall auf der Welt alles was des Turisten Herz begehrt.
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Da geht es am Takhat-Soleyman, einer heiligen Staette der Zorastrier, jetzt auch Weltkulturerbe, schon ruhiger zu.
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Hier hören wir die ersten Kuckucke, Störche laufen auf den Feldern, grosse Schafherden sind unterwegs, der erste Klatschmohn blüht: Frühsommer im Iran.

Noch einmal tanken wir voll - 240 l Diesel kosten uns ganze 4,80 (!) Euro. Im Grenzbereich zur Türkei (hier würden 240 l Diesel ca. 360,00 (!) Euro kosten) ist die Abgabe auf 30 l limitiert und wird sogar im Carnet des Passages eingetragen!
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Im Norden Irans haben uns dann die schneebedeckten Gipfel wieder, das Hotel in Maku setzt tatsaechlich die Heizung in Gang, die heisse Brause verwöhnt ebenso wie die wohltemperierte Podusche (nee, man braucht kein kratziges Klopapier!).
Und dann heisst es:
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22 Mai 2008

Pakistan: Der Norden und weiter zur Grenze Irans

Islamabad, Karakorum und Shandur-Pass
(4. 4.- 23. 4. 2008)


Islamabad stellt quasi das Nadelöhr zwischen Iran und Indien in beide Richtungen dar und ist daher ein typischer Overlander-Treffpunkt. Wir kommen mit insgesamt drei Fahrzeugen im Touristencamp an - sechs weitere aus D, RSA, F, ES und GB stehen bereits dort.
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Der Platz dient auch als Stützpunkt der paramilitaerischen Scouts, sodass wir unter 24stündigem 'Schutz' stehen.
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Fusslaeufig erreichbar liegen alle für Langzeitreisen wichtigen Stationen, einschliesslich der Werkstaetten fast aller Automarken.
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Pakistan ist, noch mehr als Tibet, Toyotaland

Eine der für uns auf unserer Reise reizvollsten Strecken, der Karakorum Highway, führt uns durch überwaeltigende Landschaften Richtung Kunjerab Pass.
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Etwa 50 km vor dem Pass holen uns motorisierte Offizielle ein und leiten uns zur Ortschaft Sost zurück: die offene Schranke galt nur für einheimische Bauern! Der Pass ist bis zum 1. Mai geschlossen wegen der durch Tauwetter bedingten Erdrutsche.
Beim Tee erklaert uns der Beamte strahlend, dass er sich über unser unbotmaessiges Verhalten freut, da ihm die Ausfahrt eine schöne Abwechslung beschert hat - von Oktober bis Mai haette er gar nichts zu tun!

So kehren wir um und fahren nach Gilgit auf 1500 m, wo die Obstblüte schon vorbei ist. Eine kleine Werkstatt nimmt sich erfolgreich des in Indien nicht sachgerecht eingestellten Radlagerspiels an, vergisst auch nicht das Fetten.
(Bild folgt spaeter!!!)

Und dann bekommen wir die Information vom örtlichen Touristenbüro, dass der Shandur Pass (3700 m) nach Chitral frei sei und auch der Lowari Pass (3100 m) auf dem Weg nach Süden offen. Schon sind wir auf dem Weg durch das Punialtal.
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Farbenfroh gekleidete Frauen (Bild folgt!) fallen auf - hier leben viele Ismaeliten, waehrend in Kohistan nur Maenner zu sehen sind. Dank der Aga-Khan-Stiftung ist hier die Infrastruktur deutlich besser als in vielen anderen entlegenen Gebieten Pakistans.

An die haeufigen check points für Auslaender haben wir uns inzwischen gewöhnt - so können wir wenigstens nicht verlorengehen!
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Der Shandur Pass liegt unter dicken Wolken, der See und das Polofeld auf 3700 m unter einer weissen Decke. Wir folgen der sumpfigen Spur im Schnee, tasten uns an kleinen abgerutschten Stellen vorbei - erreichen schliesslich Mastuj auf 2400 m, wo wir beim PTDC Resthouse (Pakistan Tourism Development Corp.) Stellplatz und Essen bekommen.
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Am naechsten Morgen stellt sich heraus, dass der Lowari Pass inzwischen wegen Regen und Erdrutschen wieder geschlossen ist! Glücklicherweise hat es in der Nacht nicht stark geschneit. So bleibt der Rückweg offen! Oben auf dem Pass treffen wir wieder nur auf Yaks.
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Über Gilgit folgen wir den anderen Verkehrsteilnehmern zurück nach Islamabad.
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Dort freuen wir uns über ein kaltes Bier! Es herrscht offiziell strenges Alkoholverbot: aber es gibt eine staatliche Brauerei, die nicht nur verschiedene Biersorten, sondern auch diverse Destillate für den einheimischen (!) Markt produziert. Auslaendern wird der Stoff nur gegen Vorlage eines im Reisepass eingestempelten Permits verkauft.


Über Loralai, Ziarat und Quetta nach Taftan: Iranische Grenze
(24. 4.-29. 4. 2008)


Gut versorgt geht es jetzt auf die Strecke durch Baluchistan. Wir freuen uns, ohne Eskorte die Schluchten und Hochebenen in dieser dünnbesiedelten Gegend durchreisen zu können. Es gibt genügend Truckstops für Versorgung und Übernachtung.
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In den Bergen von Ziarat, alte englische Hillstation auf 2600 m, herrscht dann wieder Vorfrühling mit Nachttemperaturen von 4 Grad C, aber die ersten Schildkröten sind schon unterwegs.
Das Frösteln hat dann schon bald in der Wüste ab Quetta westwaerts ein Ende.

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Der Zollbeamte in Taftan laesst süssen Milchtee kommen, plauscht mit uns bis der Papierkram erledigt ist, wünscht uns eine gute Reise und entlaesst uns mit dem Auftrag, allen von der Schönheit und Gastfreundschaft Pakistans zu berichten. Wird erledigt!

22 Mai 2008

Indien: Von Delhi zur Pakistanischen Grenze

Abschied . . . (30. 3.-3. 4. 2008)

Nach einer in jeder Hinsicht guten Woche in Delhi sagen wir unseren Freunden auf Wiedersehen und fahren mit gemischten Gefühlen im Hinblick auf Pakistan nach Amritsar.

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Four-laning in Progress

Dort stehen wir im Garten eines der aeltesten Gaestehaeuser der Region, schon immer von einer Indischen Familie geführt - einer Oase im aeusserst quirligen Amritsar.
Hier treffen wir auch wieder andere Overlander mit zum Teil schon 15jaehriger Pakistanerfahrung, und so dauert es nicht lange, dass wir uns schon auf den Karakorum-Highway und die Northwestern-Frontier Province im Grenzgebiet zu Afghanistan und Tadjikistan freuen.

Der Besuch des Heiligtums der Sikhs, des Goldenen Tempels, bildet den Abschluss unseres Besichtigungsprogramms in Indien. Ein letztes Mal nehmen uns die in leuchtende Farben gewandeten Menschen gefangen, anrührend in ihrer heiteren Religiositaet.
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Goldener Tempel - Bewacher und Besucher

Natürlich lassen auch wir uns an der indisch-pakistanischen Grenze nicht das Spektakel entgehen, welches das Schliessen der Tore und das Einholen der Nationalflaggen begleitet. Unter Singen und Brüllen patriotischer Parolen hunderter von Zuschauern auf beiden Seiten absolvieren Soldaten ein Ritual, das stark an das Imponiergehabe von Platzhirschen erinnert.
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