weCruise Karin und Uli unterwegs

Weiter auf der Great North Road

6. December 2023
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Miombo Forest

Im weiteren Verlauf liegen rechts und links der Straße viele Wasserfälle. Miombowälder, die typisch für den Nordosten Zambias sind, breiten sich aus. Der Höhenlage entsprechend nehmen Nebelbildung und Niederschläge zu.

Erst mal zur Augenklinik

weil Karin seit vier Tagen schwarze kleine Flammen, Punkte, Kreise und Blitze mit dem linken Auge wahrnimmt. Die kompetente Untersuchung des Augenhintergrundes genauso wie in Deutschland gibt Entwarnung – keine Netzhautablösung, keine Schädigung des Sehnervs.

Grosse Erleichterung: Nur eine Alterserscheinung, Augenwasser sickert in die Vorkammer der Linse – wir müssen nicht in die Hauptstadt Lusaka zurück!

Am späten Nachmittag erreichen wir dann noch die Kundalila Falls. Am nächsten Morgen haben wir Glück mit dem Wetter und auch mit dem Guide. Das Gewitter, das uns aus dem Canyon treibt lässt uns keine Chance auf Abkühlung im Badegumpen, aber erst gegen Mittag setzt der Regen ein.

Die nächsten Straßenabschnitte fordern Fahrer und Material. Glücklicherweise gibt es überall patente Lösungen für Havaristen. Deren Versorgung ist immer gesichert; am Straßenrand bieten Händlerinnen Gemüse, Früchte, Fettgebackenes und geröstete Maiskolben an. Wir halten der Kartoffeln wegen und werden verdächtigt, nur auf ein Foto aus zu sein.

Auf der Strecke freuen wir uns zu sehe, dass Hühner auch komfortabler reisen können, als im Dutzend am Lenker eine Motorrades zu baumeln.

Das Mutinondo Wilderness Reserve ist ein privat geführtes Naturschutzgebiet mit Lodge und Campingplätzen. Der Patz ist ökologisch ausgerichtet, sogar mit funktionierendem Sonnennofen. Nur in der Regenzeit muss häufig mit Holz gearbeitet werden. Die Lodgebetreiber sind Mitautoren zweier wissenschaftlicher Werke über Miombowälder in Nordsambia.

Chinesische Unternehmen (oder die Regierung?) bauen nicht nur Straßen oder suchen nach Rohstoffen, sondern betreiben auch eine große Seidenproduktion nördlich von Mpika in Nordsambia.

Kasama, die Bezirkshauptstadt der Nord-Ost-Region, bietet gute Versorgungsmöglichkeiten. Uns faszinierten die unzähligen Stände für Mobilfunkanbieter, die den Stellenwert auch des mobilen Zahlungsverkehrs, der mobilen Kommunikation überhaupt, unterstreichen.

In weiten Teilen des Landes beobachten wir immer wieder Waldrodungen – für Selbstversorger und wie hier im großen Stil für die kommerzielle Landwirtschaft. Steintafeln weisen auf beteiligte Regierungsstellen und Privatfirmen hin; internationale Konzerne sind auch im Spiel.

In Mbala bringen uns weithin hörbare Gitarren- und Keyboardklänge vor ein großes Tor in einer Mauer. Die Gruppe lädt uns ein zuzhören. Es stellt sich heraus, dass es sich um Mitglieder der Airforce bei einer Generalprobe handelt – bester Tansanischer Rock und Pop sowie traditionelle Klänge begeistern uns.

Im Moto Moto Museum Mbala (bitte recherchiert mal im Internet) holt uns die deutsche Kolonialgeschichte mal wieder ein. Die Geschichte der „MS Götze“, heute „Liemba“, und ihre Rolle im Ersten Weltkrieg wird undramatisch dargestellt.